St. Pölten hat Uni auf Wunschliste

Landesregierung, Theaterbauten und Kriminalamt sind schon hier. Was also fehlt St. Pölten noch zu einer vollwertigen Hauptstadt? SP-Stadtchef Matthias Stadler wünscht sich eine Universität am Glanzstoff-Areal. Das Land pocht weiterhin ganz massiv auf die Übersiedlung der Arbeiterkammer.

Die Diskussion drehte sich eigentlich um das Zusammenwachsen von Stadt und Landhausviertel. Als mit VP-Abgeordnetem Martin Michalitsch dazu alles besprochen war, verriet Stadtchef Matthias Stadler in der Heute-Redaktion auch seine Vision für St. Pölten: Das, was die Stadt noch in Zukunft vertragen könnte, das ist eine Universität. Noch mehr Ausbildung in der eigenen Stadt anbieten zu können, ist für ihn eine erstrebenswerte Perspektive. Als ich selbst studiert habe, musste man nach Wien gehen und viele meiner Maturakollegen sind beruflich dann auch dort hängengeblieben, erzählt Stadler. Dadurch gehe viel Potenzial verloren. Auch Umfrageergebnisse bescheinigen ihm, dass eine Universität Bestandteil einer gstandenen Landeshauptstadt sein sollte.

Der Stadtchef hat auch bereits einen geeigneten Standort im Hinterkopf - nämlich das mittlerweile leer stehende Glanzstoff-Areal. Ich möchte keinen Zwiespalt mit der Kremser Donau-Uni oder auch der ehemaligen Landesnervenanstalt Gugging - aber auch wir haben ein Areal, wo 24 Hektar zur Verfügung stehen, erinnert er.

Mit dem Landesklinikum und der Fachhochschule in direkter Nähe zum Areal würde sich die Chance auf ein magisches Dreieck eröffnen. Stadler: Eine tolle Initialzündung auf dem Unisektor wäre möglich. Noch dazu ist der Freizeitbereich an den Seen nur 100 Meter entfernt. Freilich ist dieses Vorhaben für die Stadt ein paar Schuhnummern zu groß. Partner wie Land und Bund müssten mitziehen.

Vom Regierungsviertel bis hin zu den Kultureinrichtungen: Wahrscheinlich gibt es kein Bundesland, das so viel für seine Hauptstadt tut wie Niederösterreich in den vergangenen 20 Jahren, ruft VP-Abgeordneter Martin Michalitsch in Erinnerung. Derzeit wird das Landesmuseum um sechs Millionen Euro ausgebaut, das Kriminalamt ist übersiedelt und in Kürze ertönt der Anpfiff für den Baubeginn eines Fußball-Stadions. Somit entstehen in St. Pölten immer mehr Arbeitsplätze: Alleine die Ansiedelung der Niederösterreichischen Versicherung brachte 300, das Haus der Wirtschaft 200 Jobs. Michalitsch betont: Auch die Arbeiterkammer sollte jetzt schleunigst nach St. Pölten übersiedeln! Weil wir hier eine dynamische Hauptstadt wollen.

Elisabeth Czastka

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