Die verzweifelte Suche nach Überlebenden geht weiter, nachdem heute morgen eine Gasexplosion ein Haus in St. Pölten zum Einsturz brachte. In der Folge brach ein Brand aus, über 500 Hilfskräfte sind im Einsatz. Mittlerweile wurden zwei Person tot geborgen, drei weitere werden noch unter den Trümmern vermutet. Ihre Überlebenschancen sind jedoch nur gering. Der gesamte Stadtteil ist noch immer evakuiert.
Durch eine Gasexplosion stürzte in der Munggenaststraße 35 ein Familien-Wohnhaus ein und ging in Flammen auf. Feuerwehr, Rettung und Polizei sind im Großeinsatz. Unter den Rettungskräften befinden sich 500 Feuerwehrmänner sowie 50 Helfer vom Arbeitersamariterbund und vom Roten Kreuz. Die Rettungskräfte bauten auch ein Psychosoziales Betreuungsnetz mit Möglichkeit zur Krisenintervention auf. Die Gasexplosion war so heftig, dass sie auch im Landhaus - rund 400 Meter Luftlinie entfernt - zu spüren war.
Erste Leiche geborgen
Laut Polizei sind an der Adresse sieben Personen gemeldet. Eine weitere war offenbar auf Besuch, verließ das Haus aber in den frühen Morgenstunden vor der Explosion. Ein dort gemeldetes älteres Ehepaar befand sich auf Besuch bei Freunden in Breitenfurt bei Wien. Am späten Nachmittag wurden zwei Personen tot geborgen, die anderen drei werden jedoch noch immer vermisst. Laut Feuerwehr besteht aber kaum noch Chancen, sie lebend zu bergen.
Kein Ende in Sicht
Die Hilfskräfte gehen davon aus, dass der Einsatz bis morgen Mittag dauern. Immer wieder kommt es auf Grund von Glutherden zu Bränden, die Feuerwehrleute müssen mit schwerem Atemschutzgerät arbeiten. Scheinwerfer und Stromaggregate wurden herangeschafft, um auch in der Nacht weiterarbeiten zu können. Außerdem wurden bis jetzt 150 Tonnen Schutt von dem massiven Haus weggeräumt. "Dramatische Szenen spielen sich ab", schildert NÖ-Feuerwehrsprecher Franz Resperger das Geschehen. Bürgermeister Matthias Stadler zeigte sich in einer ersten Reaktion tief betroffen: "Wir stehen unter Schock."
Stadtteil evakuiert
In dem gesamten Stadtteil wurde gegen 10 Uhr die Gaszufuhr abgeschaltet, das Gebiet im Süden St. Pöltens musste evakuiert werden. Vor dem Haus ließ die EVN die Straße aufgraben, um nach der - vermutlich geborstenen - Leitung zu suchen. Mittlerweile besteht keine Explosionsgefahr mehr. Die Ursache für das Unglück ist weiterhin unklar. Die Brandermittler sowie das Bundeskriminalamt haben ihre Ermittlungen aufgenommen.
Nachbarn ins Spital gebracht
Aus Nachbarhäusern wurden fünfzehn Bewohner in Sicherheit gebracht, da die Rauchgasentwicklung besonders groß ist. Sie werden in Notunterkünften untergebracht. Drei Personen wurden mit Rauchgasvergiftungen ins Spital eingeliefert. Derzeit wird noch geklärt, wann die Anrainer wieder in ihre Häuser zurückkehren können.