Welt

Staatsbürgerschaft entscheidet Höhe der Entschädigun...

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:03

Knapp anderthalb Wochen nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen sitzt der Schock über die Tragödie noch tief. Den Angehörigen der Opfer steht laut internationalem Recht eine Grundentschädigung zu. Wie hoch diese in den einzelnen Fällen ausfallen wird, entscheidet sich laut Juristen anhand der jeweiligen Staatsbürgerschaft.

Obwohl die 149 Opfer, die von Co-Pilot Andreas L. in den Tod geflogen wurden, alle das gleich Schicksal teilen, dürfte die finanzielle Entschädigung an die Hinterbliebenen sehr unterschiedlich ausfallen. Denn die Höhe des Betrags hängt laut Aussagen von Anwälten von den Regelungen in den jeweiligen Heimatländern der Verunglückten ab.

US-Bürger dürfen mit Millionen rechnen

Falls es zu einer Klage gegen Germanwings kommen wird, können dann Angehörige der drei Opfer mit US-amerikanischer Staatsbürgerschaft mit Zahlungen in Millionenhöhe rechnen. Denn Trauer und Schmerz der Verwandten haben im US-Recht ein starkes Gewicht.

Deutschland: Wenig Lohn, wenig Entschädigung

In Deutschland, das mit 72 Toten die meisten Opfer zu beklagen hat, blendet die Rechtsprechung diesen emotionalen Faktor komplett aus. Hier entscheidet vor allem der Faktor, wieviel ein Todesopfer künftig noch hätte einnehmen können, die Höhe der Entschädigung. Ist das Opfer also knapp vor der Pensionierung und hatte einen schlecht bezahlten Job, bleibt den Hinterbliebenen im Vergleich nur eine winzige Entschädigung.

Rücklagen von 275 Millionen Euro gebildet

Bislang zahlte die Lufthansa, Muttergesellschaft von Germanwings, 15.000 Euro an Soforthilfe an die Hinterbliebenen eines jeden Opfers. Laut  "n-tv.de" haben die Versicherer der Lufthansa bereits Rückstellungen von 275 Millionen Euro wegen möglicher Schadensersatzforderungen gebildet. Das sei laut "Handelsblatt" das Doppelte der sonst üblichen Summe.

Germanwings-Maschine legt in Stuttgart Notlandung hin

Wegen eines technischen Gebrechens musste am Samstagvormittag ein Germanwings-Flieger in Stuttgart eine Notlandung durchführen, wie diverse Medien schreiben. Laut "Bild" war die Ursache, dass das Flugzeug Öl verloren hat. Aus Sicherheitsgründen hätte deshalb ein Triebwerk ausgeschaltet werden müssen. Verletzt wurde niemand.

 

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen