Steigen die St. Pöltener in zehn Jahren in eine Seilbahn oder eine S-Bahn? Beim Wahl-Duell zwischen Bürgermeister Matthias Stadler und VP-Vize Matthias Adl wurden auch unkonventionelle Ideen diskutiert. Übereinstimmung herrschte nur bei einem Punkt: Der neu gestaltete Platz vor dem Landesgericht ist echt hässlich geworden.
Heute: Die Verkehrsbelastung in St. Pölten nimmt zu. Was ist zu tun?
Stadler: Ein Schnellbahnsystem im Halbstunden-Takt Richtung Krems und Traisental wäre ideal. Die Frage ist, ob das Land diese Idee aufgreift.
Adl: Wir wollten schon vor Jahren eine Stadtregionalbahn. Damals ist die SP mit Pappmonstern dagestanden, um zu demonstrieren, wo man überall nicht durch kann. Und es gab die Idee einer Seilbahn.
Stadler: Die ist immer wieder im Gespräch.
Adl: Eine Seilbahn wäre einzigartig. Das ist eine gute Idee. Sagen Sie es doch!
Stadler: Wir haben jetzt ein gutes Bus-System.
Was wurde aus der seit 10 Jahren geplanten Westumfahrung?
Stadler: Einen Teil der Umfahrung bekommen wir mit der S34.
Adl: Ganz ehrlich: Da wurde in der Vergangenheit viel versäumt. Die Praterstraße hätte breiter ausgebaut gehört.
Gefällt Ihnen das neu gestaltete Landesgericht?
Stadler: Was mir nicht gefällt: Es fehlen die Parkplätze. Wir hätten auch mitgezahlt, aber von Seiten der Justiz war das nicht erwünscht. Es schaut sehr nach Steinwüste und goldener Käfig aus.
Adl: Mir gefällt es auch nicht. Wir sollten nebenan aus der Hesserkaserne einen neuen Stadtteil machen. Da bring ich mit einem Schlag 1000 junge Leute rein in die Stadt, und ich brauch um die Innenstadt keine Sorgen mehr haben. Das Militärkommando verlegen wir auf das Areal der leeren Kopalkaserne.
Stadler: Die Absiedelung der Hesserkaserne würde mehr als 50 Millionen Euro kosten. Ich glaub nicht, dass der Bund so im Geld schwimmt. Und wir würden dem Bund sicher keine Kaserne bauen.
Adl: Was machen wir mit der Hesserkaserne, wenn Minister Darabos das Heer abschafft?
Stadler: Dann wird man eine Verwertung suchen müssen.
Krems hat eine Grüne Zone geschaffen, kommen in St. Pölten auch weitere gebührenpflichtige Parkplätze?
Stadler: Wenn einer vor seiner eigenen Haustür keinen Parkplatz mehr bekommt, dann ist es denkbar. Etwa rund um das Regierungsviertel, wo nach drei Stunden die Sekretärin mit fünf Autoschlüsseln kommt und die Parkuhr weiterdreht.
Elisabeth Czastka / Karl Müllauer