Stadt dreht Kindergarten Geldhahn ab

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Kindergarten-Skandal in der Bundeshauptstadt: Der private Betreiber "Alt Wien" soll Förderungen widmungswidrig verwendet haben. Die MA 10 verlangt Rückzahlungen in Millionenhöhe.
Förderstopp für den großen privaten Kindergarten-Verein "Alt Wien"! Der Betreiber schuldet der Stadt 6,6 Millionen Euro. Er soll mit Fördergeld, das er im Keller bunkerte, sogar ein Schloss finanziert haben.

"Die Buchhaltung war völlig undurchsichtig", so die Leiterin der MA 10 (Kindergärten), Daniela Cochlar. Auch Kontrollen des Stadtrechnungshofes hätten gezeigt, dass "Alt Wien" "in schwerwiegender Weise gegen Vertragspflichten verstoßen hat".

Der Betreiber, der in Wien 30 Kindergärten für 2.276 Kinder unterhält, habe Fördergeld, das er bar im Keller-Tresor gebunkert haben soll, zweckwidrig verwendet: Es besteht laut Stadt etwa der Verdacht, dass er damit die Sanierung seines Parkschlössls in Bad Aussee finanzierte, in Wien Häuser kaufte, die Reitschule seiner Tochter sponserte und seiner Verwandtschaft Kachelöfen bauen ließ. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die MA 10 verhängte jetzt einen Förderstopp, der Betreiber sei 6,6 Millionen Euro schuldig – was dieser bestreitet: Es seien "nur" 4,5 Millionen. "Alt Wien" will trotzdem weitermachen, kann aber ohne Förderung nicht überleben. Städtische Übernahme-Angebote wurden abgelehnt. Für betroffene Eltern gibt es eine MA-10-Info-Hotline: 01/277 55 55. 

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