Stadt fordert von ATIB strenge Richtlinien

In der von ATIB betriebenen Moschee in der Brigittenauer Dammstraße mussten Kinder in Militäruniformen und mit türkischen Flaggen exerzieren. Kleine Mädchen mussten dabei Kopftuch tragen.
In der von ATIB betriebenen Moschee in der Brigittenauer Dammstraße mussten Kinder in Militäruniformen und mit türkischen Flaggen exerzieren. Kleine Mädchen mussten dabei Kopftuch tragen.Bild: Screenshot Facebook

Nach Bekanntwerden von Kriegsspielen in einer ATIB-Moschee will die Stadt dem türkischen Verein strenger auf die Finger schauen. ATIB sicherte Kooperation zu.

Freitag fand in Folge der Vorfälle in der Moschee Dammstraße in Wien-Brigittenau das angekündigte Gespräch der Magistratsabteilung MA11 – Kinder- und Jugendhilfe mit Verantwortlichen der ATIB Union statt. Von Seiten der MA 11 wurde dabei dezidiert festgehalten, "dass die Vorfälle in der Moschee Dammstraße, in denen Kinder und Jugendliche zur Verherrlichung von Kriegshandlungen instrumentalisiert wurden, eindeutig gegen das Bundes-Kinder- und Jugendhilfegesetz sowie die Kinderrechtskonvention verstoßen." Ein Nachspielen von Krieg, Kriegsverherrlichung, Kinder in Uniformen oder als Leichen sei aus Sicht des Kinder- und Jugendwohls nicht zu akzeptieren.

ATIB-Führung bedauere die Vorfälle



"Von Seiten der ATIB-Führung wurden die Vorfälle ausdrücklich bedauert und auch betont, dass es ein besonderes Anliegen ist, dass solche Vorfälle in Hinkunft nicht mehr stattfinden", so MA11-Abteilungsleiter Johannes Köhler. "Aus unserer Sicht wäre es jedenfalls dringend erforderlich, Richtlinien für die Betreuung und den Umgang von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen von ATIB, insbesondere in Moscheen, zu entwickeln."

Die ATIB-Vertreter hätten sich sehr interessiert gezeigt, Richtlinien für die Betreuung von Minderjährigen in ihren Einrichtungen zu entwickeln. ATIB habe diesbezüglich auch eine Zusammenarbeit mit der Wiener Kinder- und Jugendhilfe und der Kinder- und Jugendanwaltschaft zugesagt und werde sich diesbezüglich in den nächsten Wochen mit den Verantwortlichen in Verbindung setzen, hieß es am Freitag in einer Aussendung von Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ).

"Die MA11 wird in dieser Frage jedenfalls weiterhin sehr aufmerksam sein", bekräftigte Köhler. (Red)

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