Stadt Wien fördert Junge ohne Job mit 10 Millionen Euro

Stiftung im Rathaus vorgestellt: Teilnehmerin, Bürgermeister Michael Ludwig, Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke und AK-Präsidentin Renate Anderl.
Stiftung im Rathaus vorgestellt: Teilnehmerin, Bürgermeister Michael Ludwig, Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke und AK-Präsidentin Renate Anderl.PID/Jobst
Gemeinsam mit dem waff wurde die "Jugendstiftung Zukunftsberufe" gegründet, Arbeitslose sollen eine zweite Chance bekommen. 

Viele junge Menschen verloren wegen Corona ihren Job. Laut Stadt ist die Arbeitslosigkeit bei den 20- bis 24-Jährigen in Wien um 35 Prozent (+2.848 Personen) im Vergleich zum September des Vorjahres angestiegen. Insgesamt sind derzeit 11.062 junge Wiener in dieser Altersgruppe ohne Job. Jetzt kommt Hilfe. 

10 Millionen Euro für Junge

Die Stadt Wien, der Wiener Arbeitnehmerförderungsfonds (waff), das AMS Wien und die Arbeiterkammer Wien gründeten nun eine Stiftung für junge, arbeitslose Erwachsene, zehn Millionen Euro stehen bereit.

Neue Job-Chancen

Arbeitslose Jugendliche bis 25 Jahre sollen neue Job-Chancen erhalten. Die Stiftung soll durch die Zusammenarbeit mit Schulen und Fachhochschulen Ausbildungen in sogenannten "Zukunftsberufen" ermöglichen. Rund 800 Jugendliche und junge Erwachsene können bis 2024 in die Stiftung eintreten. 

Gute Ausbildung

"Mit der Jugendstiftung wollen wir arbeitslosen Jugendlichen bis 25 Jahre unter die Arme greifen und ihnen eine zweite Chance auf Ausbildungen in Zukunftsberufen bieten", so der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SP). "Mir ist es ein Herzensanliegen, dass alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine vollwertige und qualitätsvolle Ausbildung bekommen. Wir können es nicht zulassen, dass junge Wienerinnen und Wiener in der Folge der Coronakrise ohne Perspektive, ohne Job und ohne Zukunft dastehen. Wie dramatisch die Lage ist, zeigen die aktuellen Arbeitsmarktdaten." Lehrabbrecher seien genauso willkommen wie AHS-Maturanten oder sogar Jungakademiker, so Ludwig. 

Zukunftsberufe

"Die 'Jugendstiftung Zukunftsberufe' bringt Jugendlichen nicht nur neue Berufsperspektiven, sie leistet auch einen Beitrag zur Fachkräftesicherung von Wachstumsbranchen", so Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SP). "Junge Menschen brauchen echte Chancen. Gleichzeitig ist es auch von entscheidender Bedeutung, dass die Wirtschaft für eine nachhaltige Erholung gut qualifizierte Fachkräfte hat. Das gesamte Wiener Ausbildungspaket und insbesondere auch die 'Jugendstiftung Zukunftsberufe' kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten."

Jungen Arbeitslosen werde die Möglichkeit geboten, sich speziell in sogenannten Zukunftsbranchen wie Gesundheit- und Krankenpflege oder Informatik zu qualifizieren. 

"Wir müssen alles dazu tun, um die Spuren der Coronakrise möglichst rasch zu beseitigen", so AK Präsidentin Renate Anderl. "Das gilt besonders für den Arbeitsmarkt. Die Menschen müssen schnell wieder auf die Beine kommen."

Bewerben ist einfach

Interessenten können sich über die Homepage des waff registrieren. Der Anspruch auf Arbeitslosengeld ist die Voraussetzung für die Teilnahme an dem Programm der Stiftung. Nach der Registrierung nehmen Mitarbeiter des waff Kontakt auf und klären in einem kurzen Gespräch die Details. Wer in die Stiftung eintritt, erhält Unterstützung bei der Wahl der Ausbildung. Die Kosten dafür werden finanziert, Hilfe gibt’s auch bei der anschließenden Jobsuche. Während der Ausbildung erhalten die Teilnehmer Schulungsarbeitslosengeld.

Von Schulabschluss bis Studium

Ausbildungen sind bis zu drei Jahre möglich und reichen vom Nachholen des Schulabschlusses über den Lehrabschluss bis hin zum Bachelorstudium. Unter Zukunftsberufe werden im Rahmen der Stiftung alle Ausbildungen im Bereich der Gesundheits- und Pflegeberufe, der IT-Bereich, Berufe im Bereich Umwelt, Klima und Energie, Pädagogik und Soziales sowie im kaufmännischen Bereich mit Schnittpunkten zur Digitalisierung verstanden.

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