Die Umgestaltung des Heumarkt-Areals an der Grenze zwischen dem 1. und 3. Bezirk sorgt bereits seit 2012 für Diskussionen. Unter anderem wegen eines geplanten Wohnturms steht Wien seit 2017 auf der UNESCO-Liste der gefährdeten Welterbestätten. Nun kündigt die Stadt Wien überraschend eine Hochhausverbotszone für die Innenstadt an. Dies könnte Auswirkungen auf das Heumarkt-Projekt haben.
Anfang Februar musste die Stadt der UNESCO den jährigen Bericht zum Erhaltungsstand des Welterbes übermitteln. Darin kündigte man die Rückkehr der Hochhausverbotszone für den 1. Bezirk, wie sie es bereits von 2006 bis 2014 gab, an. Der Bericht liegt dem "Kurier" vor.
Versprochen wird darin ein entsprechender Gemeinderatsbeschluss noch für April. Die Ausschlusszone könnte Folgen für das umstrittene Heumarkt-Projekt haben. Wenn das neue Hochhauskonzept keine Türme am Heumarkt erlaubt, darf maximal nur noch 35 Meter hoch gebaut werden. Die "Wohnscheibe" müsste somit einen Stock niedriger als das bestehende Hotel Intercontinental ausfallen.
Entschieden ist aber noch nichts. Die Stadt Wien verweist in dem Bericht darauf, dass mit dem Hochhausverbot wohl die wichtigsten Korrekturmaßnahmen getroffen werden. Außerdem wird auf die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) verwiesen. Erst dann könne mit dem Projektwerber entschieden werden, ob eine bereits eingereichte Variante für die Entwicklung des Heumarkt-Areals weiterentwickelt oder allenfalls eine zusätzliche Variante entwickelt werden soll. Ob Wien auf der Roten Liste bleibt, wird auch erst wieder ab 7. Juli entschieden.
Die Wiener Volkspartei fordert unterdessen völlige Transparenz und Offenlegung. "Seit Jahren predigen wir, dass es klare Regeln braucht, wo und wie gebaut werden darf. Das hat die SPÖ stets abgelehnt; man wollte möglichst flexibel bleiben. Was der heute bekannt gewordene Vorschlag bedeutet, bleibt offen und solange nicht klar ist, welche Projekte von diesem angekündigten Verbot tatsächlich betroffen sind, bleibt das Ganze eine taktische Nebelgranate", kritisiert Gemeinderätin Elisabeth Olischar, Planungssprecherin der Wiener Volkspartei.
Bezirksvorsteher der Inneren Stadt, Markus Figl (ÖVP), begrüßt das angekündigte Verbot: "Wir sehen darin eine langjährige Forderung erfüllt. Es ist ein wichtiges Signal für den Erhalt des Weltkulturerbe-Status des historischen Stadtkern und ein wichtiger Schritt, um die historische Charakteristik der Inneren Stadt zu erhalten."