Stadt Wien startet Aktion gegen Gewalt an Frauen

Stadträtin Kathrin Gaál startet eine neue Aktion gegen Gewalt an Frauen. Die Hilfsinitiativen bekommen mehr Geld, ein neues Frauenhaus wird gebaut. 

Ein Mann, der eine Frau in der U-Bahn belästigt. Eine Nachbarin mit einem blauen Auge. Ein Mann, der einer Frau im Park auf den Oberschenkel greift. Was tue ich, wenn ich so eine Situation beobachte? Unter dem Motto "Halt! Zu mir!" ruft die neue Kampagne der Stadt Wien die Wienerinnen und Wiener zu Zivilcourage auf – hinschauen und helfen ist gefragt. Die Aktion läuft während der "16 Tage gegen Gewalt an Frauen", die am Donnerstag (25. November) startet. Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál und Neos-Gemeinderätin Dolores Bakos gaben nun den Startschuss zur Kampagne gemeinsam mit 24-Stunden Frauennotruf-Leiterin Heidemarie Kargl.

"Gewalt hat keinen Platz"

"Gewalt gegen Frauen hat in unserer Stadt keinen Platz. Zivilcourage heißt: Wir schauen nicht weg. In Wien schauen wir alle gemeinsam hin und holen Hilfe, wenn jemand Unterstützung braucht. Damit sich alle Wienerinnen und Wiener in unserer Stadt sicher und wohlfühlen. Daher starten wir als Stadt Wien eine groß angelegte, wienweite Kampagne. Da geht es darum, dass jeder und jede Einzelne etwas tun kann", so Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál (SP).

Bewusstsein schaffen

Eine große Zivilcourage-Installation wurde am Mittwoch im Arkadenhof des Wiener Rathauses enthüllt. Wer vorbeigeht, hört Erzählungen von Wienerinnen und Wienern, die Beleidigungen, Belästigungen oder Gewalt gegen Frauen beobachtet haben. An den vier Seiten des Würfels sind die Sujets der Kampagne und die Nummern des 24-Stunden Frauennotrufs (01 71 71 9) und der Polizei (133) angebracht. Mitte Dezember soll die Installation auf den Platz der Menschenrechte bei der Mariahilfer Straße übersiedeln.

Information ist alles

Es gibt viele Möglichkeiten Zivilcourage zu zeigen. Um sich gut auf brenzlige Situationen vorzubereiten, kann man sich Informationen bei Beratungsstellen wie etwa dem 24-Stunden Frauennotruf unter 01 71 71 9 holen. Man kann sich auch bereits vorab mit wichtigen Sicherheitsvorkehrungen und Kommunikationseinrichtungen in den öffentlichen Verkehrsmitteln vertraut machen.

Die Expertinnen vom 24-Stunden Frauennotruf raten dazu, sich auf das Opfer zu konzentrieren und diesem Hilfe anzubieten. Um nicht zur weiteren Eskalation einer Situation beizutragen, kann etwa eine Bekanntschaft mit dem Opfer vorgegeben oder das Opfer um eine Wegbeschreibung gefragt werden. Der Täter sollte nicht direkt angesprochen, nicht geduzt und vor allem nicht angegriffen werden. Wenn die Situation als gefährlich eingeschätzt wird oder zu eskalieren droht: Sofort die Polizei unter 133 rufen!

Der 24-Stunden Frauennotruf ist Anlaufstelle für alle Frauen und Mädchen ab 14 Jahren, die von sexualisierter, körperlicher und/oder psychischer Gewalt betroffen sind oder Gewalt in der Vergangenheit erfahren haben – egal wie lange die Gewalterfahrung zurückliegt. Das Frauennotruf-Team ist täglich von 0 bis 24 Uhr erreichbar unter: 01 71 71 9

Rettungsanker-Workshops

Die Initiative "Ich bin dein Rettungsanker!" gegen Belästigung wird erweitert: Ab 2022 wird es kostenlose Workshops beim Frauenservice Wien zu buchen geben. Dieses Angebot besteht für alle 23 Bezirke. Wer Interesse hat, meldet sich beim Frauenservice Wien unter rettungsanker@wien.gv.at.

Frauen, die von Gewalt betroffen sind, brauchen schnell Hilfe. Darum werden die Mittel für Wiener Gewaltschutzvereine 2022 auf zwei Millionen Euro verdoppelt – um Frauen noch besser unterstützen zu können. Da geht es um Akuthilfe und um niederschwellige Angebote, um Frauen zu helfen, einer Gewaltspirale zu entkommen. Außerdem fließt mehr Budget in die Männerberatung .

Fünftes Frauenhaus kommt

Die Stadt Wien baut bis 2022 ein fünftes Frauenhaus mit 50 zusätzlichen Plätzen. Außerdem wird ein bestehendes Frauenhaus in ein neues Frauenhaus für Mädchen und junge Frauen umgewandelt. Junge Frauen in der Altersgruppe von 16 bis 22 Jahren haben andere Bedürfnisse und brauchen daher eine andere Form von Unterstützung.

Insgesamt fließen allein 2022 rund 11 Millionen Euro aus dem Wiener Budget in Gewaltschutz und –prävention sowie den Ausbau der Kinder- und Jugendarbeit.

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