Stadt Wien startet neue digitale Bildungsoffensive

Arbeiterkammer und Stadt Wien starten Digitalisierungsförderschiene (v.li.: Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke, AK-Präsidentin Renate Anderl, Bürgermeister Michael Ludwig)
Arbeiterkammer und Stadt Wien starten Digitalisierungsförderschiene (v.li.: Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke, AK-Präsidentin Renate Anderl, Bürgermeister Michael Ludwig)Bild: Denise Auer
Mit dem Projekt "Digi Winner" wollen Arbeiterkammer und Stadt Wien die Wiener ins digitale Zeitalter holen. Pro Jahr werden fünf Mio. Euro investiert.
"Bereits zu meinem Amtsantritt habe ich erklärt, dass ich Wien zur digitalen Hauptstadt machen will. Das Thema Digitalisierung war daher auch ein wichtiger Schwerpunkt des Sozialpartnergipfels, zu dem ich im vergangenen Herbst eingeladen habe. Die neue Initiative, die wir heute präsentieren dürfen, ist das erste daraus resultierende, direkte Vorhaben", betonte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit AK-Präsidentin Renate Anderl und Wirtschafts- und Digitalisierungsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) am Dienstag.

Ludwig: "Digitalisierung aktiv als Chance nützen"

Die Digitalisierung habe ähnliche Auswirkungen wie die industrielle Revolution, daher sei es so wichtig, die Wiener auf den Wandel vorzubereiten. "Wir wollen die Veränderungen aktiv aufgreifen, anstatt ihnen mit Angst zu begegnen", so Ludwig.

Wie der Stadtchef betonte, sei es ihm wichtig eine "Stadt der zwei Geschwindigkeiten" zu vermeiden. "Die Stadt Wien wird beweisen, dass die Klammer zwischen technologischem Fortschritt und sozialer Gerechtigkeit möglich ist.

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"Die Digitalisierung hat ähnliche Auswirkungen wie die industrielle Revolution"


Bürgermeister Michael Ludwig

Stadt investiert in Infrastruktur und Weiterbildung

Um das zu schaffen, setzt die Stadt auf zwei Säulen: Zum Einen den Ausbau der technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen, dazu zählt etwa das Pilotprojekt 5G, das seit Ende November beim Rathausplatz läuft und künftig auch ganz Wien ausgerollt werden soll. Die andere Schiene wurde heute durch Stadtrat Hanke und AK-Präsident Anderl vorgestellt.

"In einer Zeit, in der Wissen extrem schnell überholt ist, wird Aus- und Weiterbildung zum wichtigsten Rüstzeug für die Zukunft. 'Digi-Winner' wird dazu beitragen, dass die Arbeitnehmer nicht von der digitalen Welle überrollt wird, sondern auf ihr reiten können", betonte Anderl.

"Digi-Winner" ist 1. reines Digitalisierungspaket

Am 1. Februar startet mit dem Projekt "Digi-Winner" das erste reine Digitalisierungsförderungspaket. Pro Jahr werden fünf Millionen Euro in die Aus- und Weiterbildung der Wiener investiert. Getragen werden die Kosten jeweils zu gleichen Teilen von Stadt Wien und der Arbeiterkammer.

Das Projekt "Digi Winner" wird vom Wiener ArbeitnehmerInnenfonds (Waff) abgewickelt und steht allen Wienern offen, die sich neue digitale Kompetenzen erwerben wollen. Alleine heuer sollen das rund 3.000 Wiener sein. Die Maßnahme soll eine Mittelstandsförderung sein, daher gilt bei der Förderung ein Netto-Monatseinkommen von 2.500 Euro als Obergrenze. Die maximale Förderhöhe beträgt 5.000 Euro. Je nach Einkommen werden zwischen 40 bis 80 Prozent der Kurskosten gefördert.

Ab 1. Februar geht die neue Webseite des waff www.weiterbildung.at online, auf der Interessierte einen Antrag einbringen können. Information zum neuen "Digi-Winner"-Angebot gibt es auch im waff-Beratungszentrum (Telefonnummer 01/21746-555) oder der AK-Hotline (Telefonnummer 01/50165-1405).

Digi-Winner mit rund 7.000 Kursen im IT-Bereich

"Wien verzeichnet gute Arbeitsmarktdaten, 2018 konnten wir mit über 848.000 unselbstständig Beschäftigen einen neuen historischen Höchststand verzeichnen", unterstrich Hanke. Um das halten und neue Jobs schaffen zu können, komme man an der Digitalisierung nicht vorbei. "Wir wissen, dass digitale Kompetenzen in nahezu allen Wirtschaftsbereichen und Berufen gefragt und erforderlich sind", betonte der Stadtrat. Mit der neuen Initiative unterstütze man die Wiener beim Erwerb dieser Kompetenzen. "Der waff bietet rund 7.000 Kurse im Bereich der IT an. Das beginnt bei Grundausbildung, wie etwa Excel-Kurse und reicht zu Spezialqualifikationen in Social Media oder der Codierung" so Hanke.

Der Bedarf an solchen Kurse steige, so nehme auch beim waff der Anteil der Anfragen zu Digital-Kursen stetig zu. Die Kurse wenden sich sowohl an ältere Personen, die neu in die digitale Welt einsteigen als auch an Berufstätige, die entweder eine Neuorientierung anstreben oder ihre Fähigkeiten erweitern wollen. "Daher gibt es natürlich auch berufsbegleitende Kurse", so Hanke.

Absolventen empfehlen Digitalisierungskurse weiter

Bei der Präsentation waren auch zwei "Testimonials" anwesend, die bereits durch den waff geförderte Kurse absolviert haben. Susanne Lehner (33) machte einen Kurs zur Scrum-Masterin, machte sich danach selbstständig und gründete mit den neuerworbenen Kompetenzen die App "Unsere Hausapotheke".



Florian Hackl und Susanne Lehner (Bild: Denise Auer)

Florian Hackl absolvierte mit Förderung des waff den Diplomlehrgang "Online Marketing" und ist nun sehr erfolgreich für ein Online Conuslting-Unternehmen tätig.

"Digitale Kenntnisse und Fähigkeiten sind ein wichtiges Einstellungskriterium"


Kursabsolventen Susanne Lehner und Florian Hackl

Beide empfehlen die Kurse weiter: "Digitale Kenntnisse und Fähigkeiten sind ein wichtiges Einstellungskriterium. Ohne die waff-Kurse hätten wir unsere aktuellen Jobs wohl nicht", so Lehner und Hackl. (lok)

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