Da Blindenampeln immer wieder missbräuchlich verwendet worden ist und sich Anrainer von den Klopfgeräuschen belästigt gefühlt haben, wurde die Lautstärke nun reduziert.
Immerhin 889 von 1.300 Wiener Ampelanlagen sind mit Blindenakustik ausgestattet. Für blinde Menschen sind die Töne überlebenswichtig, denn sie gewährleisten Schutz und Orientierung beim Überqueren der Straße.
Laut Stadt Wien wurden die Tasten, die das System aktivieren, bisher oft von sehenden Fußgängern betätigt, weil diese fälschlicherweise annahmen, dass die Grünphase dann früher einsetzt.
"Vermeidbare Lärmbelästigungen"
Dadurch "kommt es immer wieder zu vermeidbaren Lärmbelästigungen für Anrainerinnen und Anrainer", heißt es in einem Statement der Stadt von Freitag.
Daher haben Vizebürgermeisterin und Stadträtin Maria Vassilakou sowie das Komitee für Moblität sehbeeinträchtiger Menschen Österreichs am Freitag eine Vereinbarung unterzeichnet.
Das Komitee für Mobilität sehbeeinträchtigter Menschen Österreichs (KMS) repräsentiert die Zusammenarbeit der drei Blinden- und Sehbehinderten-Vereine Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich, Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs sowie der Österreichischen Blindenwohlfahrt zu Fragen der Mobilität von sehbehinderten und blinden Menschen.
Künftig wird das Signal leiser gestellt, die Lautstärke entspricht dann dem ortsüblichen Lärmpegel. Blinde Menschen, die auch schlecht hören, können aber mittels speziellem Chip oder Schlüssel ein lauteres Signal anfordern.
Pilotprojekt auf Mahü nicht erfolgreich
Ein Pilotversuch auf der Mariahilfer Straße, in denen die Blindenakustik nur mit Chip oder Schlüssel aktiviert werden konnten, haben zu Protesten der Blindenverbände verführt.
(aj)