Stadt Wien pumpt Gelder in Corona-Forschung

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig bei einer Pressekonferenz.
Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig bei einer Pressekonferenz.Bild: Sabine Hertel

Gleich mehrere Forschungsprojekte rund um das Coronavirus will die Stadt Wien nun finanziell fördern. Bürgermeister Michael Ludwig stellte diese am Dienstag bei einer Pressekonferenz vor.

Die Stadt Wien vergibt offenbar erste Gelder für Forschungsprojekte zum Coronavirus. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) will dazu am heutigen Dienstag ab 11.30 Uhr erste Details im Rahmen einer Pressekonferenz bekanntgeben und die vielversprechendsten Projekte vorstellen.

Mit am Podium sind Gendermedizinerin Alexandra Kautzky-Willer und die Virologin Judith Aberle, beide von der MedUni Wien. Sie gehören zu den insgesamt 16 Einreichern, die eine Förderzusage erhalten haben.

Die Pressekonferenz wurde von der Stadt Wien auf ihrer offiziellen Website übertragen.

Anfänglich ergriff der Bürgermeister, der nach eigener Aussage "wichtigste Universitätsstadt im deutschsprachigen Raum", Michael Ludwig das Wort. Er habe einen mit einer Million Euro dotierten Fonds für die wissenschaftliche Forschung am Coronavirus ins Leben gerufen, mehr als 400.000 Euro davon seien bereits an sieben Projekte ausgeschüttet worden.

Forschung an der Immunabwehr

Im Anschluss wurden zwei dieser Projekte vorgestellt. Virologin Judith Aberle will mit ihrem Team die spezifische Immunabwehr von infizierten Patienten untersuchen. "Das ist entscheidend, um zu verstehen, warum manche Patienten nur milde Symptome zeigen und andere eine schwere Lungenerkrankung erleiden."

Welche Art von Immunzellen werden gebildet? Wie fällt die Immunantwort bei verschiedenen Patientengruppen aus? Und wie lange hält die resultierende Immunität an? Um diese Fragen dreht sich Aberles Forschung. Dazu stehen vor allem zwei Tests im Fokus: der Nachweis von Antikörpern, die vor Infektion schützen und die Erforschung der spezifischen Immunzellen (T-Helfer-Zellen), die jene Antikörper bilden.

Resilienzkarten von Österreich

Genderforscherin und Internistin Kautzky-Willer arbeitet unterdessen an einem "Monitoringsystem zur Resilienz des österreichischen Gesundheitssystems". Sie will erforschen, wie gut es sich wieder von der Krise erholen kann. "Wir hoffen, dass [das Gesundheitssystem] robust ist und nicht nur wieder den vorherigen Zustand erreichen, sondern es auch besser wird." Eines der genannten Beispiele dafür: Höhere Kompetenzen im Bereich Teleworking.

Zudem will sie mit ihrem Disziplinen-übergreifenden Team eine interaktive Resilienz-Landkarte erstellen, die bis auf Bezirksebene hinunter detaillierte Informationen, möglichst in Echtzeit wiedergibt. Diese soll öffentlich werden. Patienten sollen etwa sehen können, welche Ärzte in ihrer Region geöffnet hätten und wie die Wartezeiten sind. Ärzte wiederum sollen anhand der gezeigten Daten Risikocluster erkennen können. In Kombination mit bereits bestehenden Karten zu Vorerkrankungen wie etwa Diabetes könnten so auch geografisch analysiert werden, wo mit einer erhöhten Zahl von Bewohnern in Risikogruppen zu rechnen ist.

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