Star-Dirigenten wählen den Besten der Besten

Das italienische Fachmagazin Classic Voice ließ die 100 prominentesten Dirigenten der Welt abstimmen, wer der beste Dirigent der Welt ist. In die Top drei schafften es zwei Österreicher - und Leonard Bernstein. Die abstimmenden Star-Dirigenten machten es sich nicht leicht - und wählten sich schon Mal selbst.

Das italienische Fachmagazin Classic Voice ließ die 100 prominentesten Dirigenten der Welt abstimmen, wer der beste Dirigent der Welt ist. In die Top drei schafften es zwei Österreicher - und Leonard Bernstein. Die abstimmenden Star-Dirigenten machten es sich nicht leicht - und wählten sich schon Mal selbst.

Die Dirigenten-Elite unserer Zeit hatte die Qual der Wahl. Größen wie Harnoncourt, Riccardo Muti, Gustav Kuhn und John Axelrod zückten den Bleistift und begründeten, wen sie am allerbesten finden. Es war auch erlaubt, tote Kollegen zu nominieren.

Auf Platz eins schaffte es Carlos Kleiber, gefolgt von Leonard Bernstein und Herbert von Karajan.

Carlos Kleiber, 1930 in Berlin geboren, war der Sohn des österreichischen Dirigenten Erich Kleiber. Der Sohn einer jüdischen Mutter erlernte den Dirigentenberuf in Buenos Aires, kehrte in den 50ern aber nach Europa zurück. Schon allein die Ankündigung, Kleiber könnte dirigieren, führte dazu, dass Konzerte innerhalb von Stunden ausverkauft waren. Der Star starb 2004 in seinem Ferienhaus in Slowenien.

Leonard Bernstein ist ukrainisch-jüdischer Abstammung. Berühmt ist er bis heute vor allem für seine Musicals. On the Town oder West Side Story haben wir diesem Genie zu verdanken. 1990 starb der Dirigent in New York.

Der Salzburger Herbert von Karajan zählt zu den bekanntesten und berühmtesten Orchesterleitern des 20. Jahrhunderts. Der Platz vor der Wiener Oper ist nach ihm benannt. Er arrangierte auch die Hymne der Europäischen Union.

Den vierten Platz eroberte der legendäre Arturo Toscanini, gefolgt von Wilhelm Furtwängler. Als erster lebender Dirigent schaffte es der Mailänder Claudio Abbado auf Platz sechs, gefolgt von Dimitri Mitropoulos, Nikolas Harnoncourt, Bruno Walter und Gustav Mahler.

Über 100 Dirigenten stimmten ab

"Die Umfrage war kein Kinderspiel. Wir haben 200 Dirigenten kontaktiert, 102 haben geantwortet. Die Umfrage erstreckte sich über einen Zeitraum von vier Monaten. Einige Dirigenten haben sofort reagiert, andere haben sich Wochen lang Zeit für die Antwort genommen und sogar einen Begründungsbrief für ihre Wahl geschickt", berichtete der Chefredakteur von Classic Voice, Andrea Estero.

Axelrod wählte sich dreimal selbst

"Simon Rattle hat mit Ironie geantwortet, dass er nur an politischen Wahlen teilnimmt", so Estero. Muti wählte Toscanini, Furtwängler und Karajan. "Sie sind drei Eckpfeiler der Musik des vergangenen Jahrhunderts", erklärte Muti. Axelrod wählte drei Mal sich selbst. "Wenn ich nicht an meine Fähigkeiten glauben würde, könnte ich nicht vor einem Orchester stehen und versuchen, Musik auf Niveau von Kleiber und Bernstein zu machen", so Axelrod.

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