1966 flimmerte "Star Trek" erstmals über die US-Bildschirme. Captain Kirk, Mr. Spock, Scotty und Co. brachen auf, um neue Welten und Zivilisationen zu entdecken. Was zunächst als eine Art "Western im Weltall" verkauft wurde, entwickelte sich zu einem der größten Science-Fiction-Phänomene überhaupt. In Österreich startete "Raumschiff Enterprise" 1973.
Dabei hätte alles ganz anders kommen können. Selbst Spocks berühmte spitze Ohren waren dem US-Sender zunächst nicht geheuer. Aus Angst, Werbekunden zu verschrecken, wurden sie auf frühen Werbebildern kurzerhand abgerundet.
Am Ende wurde ausgerechnet der emotionsarme Vulkanier zum Publikumsliebling. Auch Kirk, Uhura, Scotty, "Pille" McCoy, Sulu und Chekov wurden zu Figuren der Popkultur.
"Star Trek" war allerdings nie nur Weltraum-Action. Schon in den 1960er-Jahren griff die Serie brisante Themen wie den Vietnamkrieg, Rassismus, den Kalten Krieg und Kapitalismus auf. Statt immer gleich den Phaser zu zücken, setzte die Sternenflotte gerne auf Diplomatie, Forschung und Empathie.
Später folgten neue Crews, neue Raumschiffe und neue Kultfiguren: Patrick Stewart übernahm als Captain Picard, "Deep Space Nine" wurde politischer, und mit Kathryn Janeway in "Voyager" bekam erstmals eine Frau das Kommando.
Dazu kamen zahlreiche Kinofilme und schließlich ein großes Comeback im Streamingzeitalter. 2017 startete "Discovery", später folgte unter anderem "Strange New Worlds".
Doch ausgerechnet zum 60. Geburtstag herrscht im "Star Trek"-Universum Katerstimmung. Die aktuellen Serien wurden abgesetzt, auch "Strange New Worlds" hat keine langfristige Zukunft mehr. Ein neuer Kinofilm soll zwar "in Planung" sein – einen Starttermin gibt es bislang aber nicht.
Dabei wirken viele Ideen von "Star Trek" heute erstaunlich aktuell. Kriege, Extremismus, gesellschaftliche Spaltung und die Frage, wie Menschen trotz aller Unterschiede miteinander auskommen können, beschäftigen die echte Welt schließlich weiterhin.
Nach 60 Jahren könnte die "Enterprise" also durchaus noch gebraucht werden. Nur ob und wann sie wieder richtig abhebt, steht derzeit in den Sternen.