"Star Wars: Squadrons" im Test: Multiplayer-Perfektion

Neben der Einzelspieler-Kampagne bietet das neue "Star Wars: Squadrons" auch einen spektakulären Multiplayer-Modus. "Heute" hat ihn getestet.

Rund 15 Stunden dauert die Einzelspieler-Kampagne des neuen "Star Wars: Squadrons" aus dem Hause EA Motive für Xbox One, PlayStation 4 und PC – ein eigener Singleplayer-Test von "Heute" folgt. Doch nach der Kampagne geht die Action im Multiplayer-Modus erst so richtig los. Und das weit besser, als bei so gut wie jedem anderen Mehrspieler-Game der vergangenen Monate. Hier finden wir uns in Gefechten in X-Wings, Y-Wings, TIE-Fightern oder TIE-Bombern wieder.

Die Spieler haben dabei die Wahl, ob sie mit einfachem Schwierigkeitsgrad den Großteil der Steuerung der Computer-KI überlassen und nur "ballern" oder auf höherem Schwierigkeitsgrad die volle Kontrolle über ein Raumschiff übernehmen wollen. Wichtig dabei: Als Spieler muss man nicht nur das Ziel und die Flugrichtung im Auge behalten, sondern auch Energie per Knopfdruck je nach Notwendigkeit in Schilde, Antriebsdüsen und Waffensysteme leiten.

Zwei Multiplayer-Modi

Dabei geht es immer um ein geschicktes Abwägen: Tritt man in einem Squadron aus anderen Spielern bei, um sich entweder Gefechte gegen eine andere Spielergruppe oder gegen einen Sternenzerstörer samt Schutzflotte zu liefern, kann Energie in den Schilden zu taktischen Vorteilen, Energie in die Waffen zu schnellen Zerstörungsschäden führen. Gespielt wird also entweder 5 gegen 5 in den zwei Hauptmodi "Weltraumgefecht" und "Flottenkampf".

"Weltraumgefecht" ist dabei eine Art "Team Deathmatch", das nicht nur mit Spielern auf derselben Plattform, sondern Dank Crossplay über alle Plattformen hinweg gespielt werden kann. So treten PlayStation-, Xbox- und PC-Spieler in 5-gegen-5-Teams an und versuchen jeweils, zuerst 30 Abschüsse zu erreichen. Eine Absprache ist dabei nicht unbedingt notwendig, ein gut eingespieltes Team macht Anfängern aber mit Lasersalven von allen Seiten schnell die Hölle heiß.

Crossplay über alle Plattformen

Noch spannender ist der "Flottenkampf", in dem Teams nicht gegeneinander, sondern gemeinsam einen riesigen Sternenzerstörer ausschalten sollen. Hier kann man selbst entscheiden, auf welchen Aspekt man sich konzentriert: Attackiert man nur den Zerstörer oder versucht man, den Kameraden die kleinen Schiffe des Begleitschutzes vom Leib zu halten? Alles ist erlaubt und es entwicklen sich wahnsinnig spannende Gefechte im All.

Einsteigen können in den Multiplayer-Modus übrigens auch PlayStation- und PC-VR-Spieler, was sich absolut flüssig und immersiv spielt, gerade aber bei der langsameren und ungenaueren Steuerung Nachteile im Kampf bringt. Immerhin: Optional lässt sich das Crossplay ausschalten, dann tritt man nur noch mit oder gegen Spieler der eigenen Plattform an. Besonders die Gamepad-Steuerung ist am Punkt: Einfach verständlich, intuitiv und reaktionsschnell, bravo!

Kein Echtgeld, keine Nachteile

Ein weiteres Lob gibt es für die Abhandlung der In-Game-Währung. Die gibt es zwar, sie lässt sich aber ausschließlich durch das Spielen verdienen und kann nicht mit Echtgeld gehamstert werden. Sie können einerseits für diverse kosmetische Gegenstände wie neue Raumschiff-Designs und Piloten-Kostüme verwendet werden. Während man automatisch bei so gut wie allen Tätigkeiten in "Star Wars: Squadrons" In-Game-Geld verdient, steigt man auch nach und nach Stufen auf.

Über diese Stufenaufstiege ergattert der Spieler Requisitionspunkte, die für neue Schiffsteile sorgen und so die eigenen Raumschiffe anpassbar machen. Bereits jetzt finden sich außerdem tägliche Herausforderungen und "Operationen", die aus mehreren Aufgaben über einen Zeitraum von zwei Monaten bestehen. Klasse: Wer sie absolviert, bekommt viele Anpassungsmöglichkeiten, wer darauf verzichtet, erlebt aber keinerlei spielerische Nachteile.

Keine Hektik, aber viel Taktik

Wer jetzt glaubt, "Star Wars: Squadrons" ist einfach ein riesiger Mehrspieler-Ballertitel, der irrt. Immer wieder kommt es vielmehr zu spannenden 1-gegen-1-Kämpfen, in denen geflogene Routen, geschickte Ausweichmanöver und der richtige Einsatz von Energie in Schilde, Antrieb und Waffen das Match entscheidet. Klasse: Das Spiel bietet auch ein vereinfachtes Kommunikationssystem für Teams, bei dem Objekte und Ziele einfach per Knopfdruck markiert oder nach Hilfe gerufen wird.

Für Action sorgt auch die Geräuschkulisse (könnte direkt aus einem "Star Wars"-Film stammen) und die Sprachausgabe. Wer vom Feind ins Visier genommen wird, bekommt eine Warnung ausgespielt. Was nicht bedeutet, dass man verloren ist, denn immer gibt es Dutzende Möglichkeiten, den Treffern zu entkommen: Man flitzt durch gefährliche Asteroidenfelder und plant hinter einem Felsbrocken einen Hinterhalt oder man zappelt wild vor dem Feind umher, während sich zwei Helfer von hinten an den Angreifer heranpirschen.

Multiplayer in Perfektion

Auswählbar sind bisher je vier Raumschiffe aus der Flotte des Imperiums als auch der Neuen Republik. Diese steuern sich zwar großteils sehr ähnlich, unterscheiden sich dabei aber drastisch bei Bewaffnung und Ausstattung. Durch die vielen Anpassungsmöglichkeiten mit Waffen und Co. sind sehr interessante Raumschiff-Varianten möglich. Generell: Das Fliegen und Kämpfen in "Star Wars: Squadrons" ist das beste Erlebnis, seit es "Star Wars"-Spiele überhaupt gibt. Außer man spielt die Multiplayer-Missionen mit KI-Begleitern – die sind nämlich als fast einziges Manko nicht sonderlich schlau und fliegen entweder auch auf Befehl nicht los oder krachen ungebremst in andere Schiffe und Asteroiden.

Technisch klasse, inhaltlich auf das wenige Wesentliche beschränkt: "Star Wars: Squadrons" glänzt mit seinen nur zwei Multiplayer-Spielmodi, die allerdings jede Menge Tiefgang und Spaß mit menschlichen Mitspielern bieten. Vor allem die "Flottenkämpfe" mit mehreren Aufgaben-Sequenzen sind ein spektakuläres Highlight des Titels. Crossplay und fehlende Mirkotransaktionen sind zusätzliche Zuckerln, die dem Spieler das All-Vergnügen versüßen.

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