Der Lkw-Verkehr auf Niederösterreichs Autobahnen hat heuer erneut zugenommen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Die meisten Lkw in Niederösterreich waren auf der A2 in der Nähe von Wiener Neudorf unterwegs mit mehr als 2,7 Millionen Lkw.
Auch auf der A21, A1, S1 und A4 waren abschnittsweise heuer bereits mehr als zwei Millionen Lkw unterwegs. Die Zunahme des Lkw-Verkehrs wird zunehmend auch ein Problem für die Verkehrssicherheit. Der VCÖ spricht sich für mehr Lkw-Kontrollen sowie eine EU-weite Mindestmaut für Lkw aus.
"Die rechte Spur wird mehr und mehr zur rollenden Lagerhalle", fasst VCÖ-Experte Markus Gansterer eine aktuelle VCÖ-Analyse zusammen. In Niederösterreich ist die A2 in der Nähe von Wiener Neudorf der Autobahnabschnitt mit dem stärksten Lkw-Verkehr. Rund 2,7 Millionen Lkw wurden hier in den ersten neun Monaten gezählt. Nur knapp dahinter folgen bereits die A21 bei Brunn am Gebirge sowie die A1 bei Oed und Ybbs.
Auch auf der S1 bei Schwechat (rund 2,4 Millionen Lkw) und auf der A4 bei Arbesthal (rund 2,1 Millionen Lkw) waren in den ersten drei Quartalen mehr als zwei Millionen Lastwagen unterwegs. Bei den meisten Zählstellen in Niederösterreich nahm der Lkw-Verkehr um ein bis zwei Prozent zu, berichtet der VCÖ. Deutlich stärker war die Zunahme auf der A5 mit rund sechs Prozent, während es auf der A3 einen leichten Rückgang gab.
Als Transitland leidet Niederösterreich zudem darunter, dass es auf EU-Ebene noch immer keine Mindestmaut für Lkw gibt.
Nur ein Bruchteil der Kosten wird gedeckt
Derzeit zahlt der Lkw-Verkehr in der EU nur einen Bruchteil der Kosten, die er verursacht. Die Lkw-Fahrten quer durch Europa sind damit zu billig, was wiederum zur Zunahme des Lkw-Verkehrs führt. Die Zunahme des Lkw-Verkehrs wird auch ein wachsendes Problem für die Verkehrssicherheit. Laut deutschem Bundesamt für Güterverkehr ist bereits bei jedem vierten Lkw der Fahrtenschreiber manipuliert, die Ruhezeiten werden nicht eingehalten. Mit der Missachtung der Vorschriften werden die Kosten gesenkt, was all jene Transportunternehmen benachteiligt, die sich an die Regeln halten. Und gleichzeitig werden das Leben und die Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer aufs Spiel gesetzt. "Übermüdung erhöht das Unfallrisiko um ein Vielfaches", sieht VCÖ-Experte Gansterer die Notwendigkeit von deutlich mehr Lkw-Kontrollen und bei Verstößen für höhere Strafen für Transportunternehmen.
Gleisanschlüsse stärker fördern
Darüber hinaus sind betriebliche Gleisanschlüsse stärker zu fördern, damit Güter direkt vom Betrieb auf die Schiene kommen. Auch braucht es stärkere Anreize, damit neue Betriebsstandorte in der Nähe von Gleisanlagen errichtet werden. Die steuerliche Begünstigung von Dieseltreibstoff ist abzuschaffen. Der VCÖ erinnert daran, dass Dieselabgase besonders viele Stickoxide enthalten. Stickstoffdioxid kann zu Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Dass trotz der hohen Gesundheitsschädlichkeit der Dieselabgase Diesel niedriger besteuert wird als Eurosuper, ist unverständlich und wäre in der Schweiz undenkbar. "Dort gibt es für Diesel keine Steuerbegünstigung und zusätzlich ist die Lkw-Maut höher als in Österreich und gilt zudem am gesamten Straßennetz", betont Gansterer.