Der ganz normale Wahnsinn von Cannes: Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger winken den Fans von einem Panzer aus zu. Ein Film über einen großen Sex-Skandal wird unter strengster Geheimhaltung in einem Zelt am Strand gezeigt (Gerard Depardieu spielt in "Welcome to New York" den gefallenen Politiker Dominique Strauss-Kahn).
Der ganz normale Wahnsinn von Cannes: Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger winken den Fans von einem Panzer aus zu. Ein Film über einen großen Sex-Skandal wird unter strengster Geheimhaltung in einem Zelt am Strand gezeigt (Gerard Depardieu spielt in "Welcome to New York" den gefallenen Politiker Dominique Strauss-Kahn).
Nicht alles, was derzeit in Cannes in Sachen Film abläuft, hat auch etwas mit dem Festival zu tun. Am Wochenende gab's zwei prächtige Beispiele dafür.
Blickpunkt Croisette. Am Sonntag rollten auf einmal Panzer über den Prachtboulevard von Cannes. Die Kriegsmaschinen kamen in friedlicher Absicht – als , der im August im Kino startet. Vor dem noblen Hotel Carlton kletterte eine ganze Armada von Hollywood-Stars auf die Tanks: Sylvester Stallone, HarrisonFord, Jason Statham und andere Action-Helden mehr ließen sich von den Fans bejubeln.
Insider kennen auch nur zwei Minuten von "Expandables 3"
Sie alle zählen zum Ensemble von "Expandables 3". In dem Action-Reißer lassen auch Arnold Schwarzenegger, Mel Gibson und Dolph Lundgren ihre nicht mehr ganz jugendlichen Muskeln spielen. Den fertigen Film hatten die Herren freilich noch nicht mitgebracht. Eine ausgewählte Journalistengruppe bekam gerade mal zwei Minuten vorgeführt, in denen Schwarzenegger einen neuen seiner berühmten Einzeiler loslässt: "Come to Papa!"
Sex on the Beach: Strauss-Kahn-Film wurde am Strand gezeigt
Auch am Samstag Abend war das berühmte Hotel Carlton der Schauplatz eines sehr speziellen Cannes-Events. In einem Strandzelt des Luxusschuppens – aus der einen Richtung dröhnten Techno-Beats, aus der anderen rauschte das Meer – wurde einem handverlesenen Publikum der Sex- und Politik-Thriller "Welcome to New York" vorgeführt.
Festival wollte Film nicht: Unter Druck gesetzt?
Warum die seltsame Premiere in einem dafür denkbar ungeeigneten Zelt? Das Festival wollte den Film über die Staatsaffäre Strauss-Kahn nicht haben. Abel Ferrara, das ewige enfant terrible unter den Regisseuren, bietet Gerard Depardieu und Jaqueline Bisset als Ehepaar Strauss-Kahn auf (wobei die Namen der Hauptfiguren allerdings verändert wurden). Die Produktionsfirma Wild Bunch zählt zu den Stammgästen im Cannes-Programm. Gerüchtweise ist zu hören, das Festival sei unter Druck gesetzt worden, den Film nicht zu präsentieren.
Film kommt nicht ins Kino: On-Demand- und Internet-Publikum
Im Kino wird man "Welcome to New York" auch in Zukunft vergeblich suchen. Der Film will sein Publikum per Internet und Video on Demand suchen.
Tommy Lee Jones als Regie-Star bejubelt
Ganz offiziell wurde am Sonntag in Cannes den Topstars Tommy Lee Jones und Hilary Swank zugejubelt. Die beiden spielen die Hauptrollen im Western "The Homesman", in dem Tommy Lee Jones wieder einmal unter Beweis stellt, dass er auch ein hervorragender Regisseur ist. "Als Regisseur habe ich alles befolgt, was ich mir befohlen habe, und als Schauspieler hörte ich mir sehr gut zu", witzelte er über den Doppeljob Schauspieler/Regisseur.
Topfavorit für die Goldene Palme: "The Homesman"
"The Homesman" ist mit Meryl Streep und Hailee Steinfeld auch in Nebenrollen glänzend besetzt. Im November soll der Film bei uns im Kino starten. Für viele Beobachter ist der Western einer der bisher stärksten Beiträger im Wettbewerb um die Goldene Palme. Tommy Lee Jones dreht die gewohnten Regeln des Genres um: "Die Reise unserer Figuren führt nicht nach Westen, sondern vom Westen zurück in den Osten der USA. Und im Zentrum stehen keine männlichen Helden, sondern Frauen."
Gunther Baumann, Cannes