Start-ups, Plastikmüll und immer wieder Österreich

Bürgermeister Michael Häupl besuchte auf seiner letzten großen Auslandsreise als Stadtchef Chinas Hauptstadt - und traf auf ungebremste Wien-Begeisterung.

Nur wenige Tage nach der "größten Delegation aller Zeiten" (Präsident Van der Bellen, Kanzler Kurz und fast alle Minister) machte sich die vielleicht kleinste Delegation aller Zeiten auf den Weg nach China, diesmal entsandt von Wien: Bürgermeister Michael Häupl machte mit seiner Ehefrau Barbara Hörnlein und drei Mitarbeitern dem Wien-Ball in Peking seine Aufwartung.

Österreich-Wochen in China



Doch vor dem Vergnügen kam die Arbeit: Häupl besuchte zunächst das chinesische "Silicon Valley", den Zhongguancun-Technologiepark, ein sehr erfolgreiches Start-up-Zentrum in Peking, das Wien eigentlich auch ganz gut brauchen könnte.

Ein Heimspiel, weil vom Fach, war für Biologe Häupl der anschließende Rundgang in einem Biotechnolgie-Institut der Tsinghua-Universität. Dort wird unter anderem daran geforscht, wie man das Problem des Plastik-Mülls in den Griff bekommen kann. "Ich habe ein paar Jahre in Österreich verbracht", rief einer der freundlichen Professoren Häupl schon bei der Begrüßung zu.

"Geheimbesuch" in Wien



Überhaupt Österreich: Die Chinesen sind, auch dank der "größten Delegation aller Zeiten", derzeit sehr gut auf unser Land eingestellt. Der Pekinger Bürgermeister, Chen Jining, schwärmte nicht nur von der guten Zusammenarbeit mit Österreich. Er verriet auch, beinahe jedes Jahr in Wien zu sein - privat, also mehr oder weniger inkognito. Klar, dass Bürgermeister Häupl seinen Kollegen gleich zu einem offiziellen Besuch einlud.

Olympische Winterspiele und der Hermannskogel



Als er von seinen Plänen für Peking sprach, schaute Wien plötzlich ganz klein aus: Ein neuer Flughafen wird gebaut mit sieben Landebahnen (die dritte Piste in Schwechat lässt grüßen), bei Parks und Stadterweiterungen spricht Chen Jining locker von Hunderten Quadratkilometern (Wien ist etwa 410 Quadratkilometer groß).

Im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Peking 2022 und das dortige Engagement österreichischer Firmen erwähnte der Pekinger Stadtchef auch die wunderbare Wiener "Berglandschaft" - während die kleine österreichische Delegation an Hermannskogel und Heuberg dachte, kratzte Bürgermeister Häupl in seiner Antwort elegant die Kurve: "Mit hohen Bergen kann Wien nicht dienen, aber man kann auf ihnen gut Wein anbauen."

Doch kein Pandabär



Nach dem Austausch der Gastgeschenke - ein Rathausmann für Chen Jining, Pekinger Briefmarken für Häupl (ob er Briefmarken sammelt und Chen Jining Rathausmänner, ließen sich die beiden nicht anmerken) - ging es zum Abendessen mit dem Vizebürgermeister Pekings, Sui Zhenjiang.

Dort dann etwas Abwechslung: Häupl überraschte sein Gegenüber mit einer riesigen Traube aus Swarovski-Kristallen, er selbst erhielt ein praktisches Holztafelset mit verschiedenen Bildern.

Ein Panda wäre natürlich auch schön gewesen, aber den hat schon die "größte Delegation aller Zeiten" abgestaubt... (red)

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