Zittersieg im ersten Heimspiel! Rapid setzt sich am Sonntag in der ersten Runde der Bundesliga vor im Allianz Stadion gegen Ried mit 1:0 durch. Der eingewechselte Bernard Zimmermann ist der einzige, der den groß aufspielenden Goalie Samuel Sahin-Radlinger überwinden kann.
Trainer Ferdinand Feldhofer rotiert vor dem Conference-League-Rückspiel am Donnerstag gegen Legia Gdansk (Hinspiel 0:0) kräftig, verzichtet in der Startelf unter anderem auf den späteren Matchwinner Zimmermann und Wirbelwind Nicolas Kühn. Ohne die beiden tun sich die Hütteldorfer im ersten Durchgang gegen die Oberösterreicher schwer, strahlen keine Torgefahr aus. Stefan Nutz schrammt mit einem Freistoß an die Latte am 1:0 für Ried vorbei.
Rapid präsentiert sich nach dem Seitenwechsel völlig verändert. Speziell nach der Einwechslung von Zimmermann und Kühn erarbeiten sich die Hausherren eine Fülle an Torchancen. Rückkehrer Guido Burgstaller, Marco Grüll, Kühn und Zimmermann beißen sich die Zähne immer wieder an Sahin-Radlinger aus.
Aufreger in Minute 77: Denizcan Cosgun schießt aus der Ferne an die Innenstange – Niklas Hedl war schon geschlagen. Ried schrammt erneut an der möglichen Führung vorbei. Direkt im Gegenzug tanzt Zimmermann mit einer sehenswerten Einzelaktion die Rieder Innenverteidigung aus, schießt trocken mit dem Linken ein. In dieser Minute ist das Spiel also auf Messers Schneide, entscheidet sich zugunsten der Wiener.
Zimmermann bei "Sky": "In der zweiten Halbzeit haben wir richtig gedrückt und uns den Sieg verdient. Mit dem Niki Kühn ist dann ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Man braucht oft eine Einwechslung, um was zu bewegen. Wir können uns in allen Bereichen noch steigern. Am Donnerstag werden wir hoffentlich ein Feuerwerk abfeuern."
Trainer Feldhofer: "Man kann schon nach den ersten 60 Minuten von einem glücklichen Sieg sprechen. Aber man weiß, wie schwer oft ein Pflichtsieg ist, vor allem, wenn man drei Tage vorher bei 33 Grad ein intensives Match gespielt hat. Mit den zwei Wechseln war ganz eine andere Dynamik drin. Wir haben die Tiefe besser bespielt. Das wird uns jetzt hoffentlich länger begleiten, dass wir immer Donnerstag-Sonntag denken müssen. Am Donnerstag müssen wir wieder den nächsten Schritt machen. Ich bin zuversichtlich."
Ried-Trainer Christian Heinle: "Es ist schon eine große Enttäuschung. Mehr Chancen spielst du dir bei Rapid nicht heraus. Wir müssen schon zur Pause führen. Spätestens beim Stangenschuss in der zweiten Halbzeit. Aber es war große Werbung für den Fußball. Ich kann mich nicht erinnern, dass Ried hier je so ein Spiel abgeliefert hat. Umso bitterer, dass wir dann nichts mitnehmen."
Heinle über die schwere Verletzung von Nikola Stosic: "Erster Befund, dürfte sein, dass er sich das Kreuzband gerissen hat. Es ist für uns sehr bitter. Wir können ihn sehr schwer ersetzen."
Der ehemalige Weltklasse-Stürmer Miroslav Klose muss sich bei seinem Trainerdebüt mit Altach in Hartberg mit 1:2 geschlagen geben. Donis Avdijaj bringt die Steirer mit einem Doppelpack auf die Siegerstraße (46., 77.). Adthe Nuhiu kann noch verkürzen. Die Altacher Schlussoffensive kommt aber zu spät, bringt keinen Punkt mehr ein (85.).
Weltmeister Klose: "Unterm Strich haben wir eine Niederlage kassiert. In der ersten Halbzeit hat meine Mannschaft überhaupt nicht ins Positionsspiel gefunden. Das war das erste Druckspiel, von dem ich gesprochen habe. Das haben wir verloren. Das werden wir alles aufarbeiten. Wir bekommen die Tore zu einfach, sind nicht geduldig genug, den Ball auf die andere Seite zu bringen, den Gegner laufen zu lassen."
Das Gefühl beim Cheftrainerdebüt beschreibt er als "schön". Wie lange es dauern werde, bis seine Spielidee in Altach greifen werde? "Mir ist wichtig, dass ich davon überzeugt bin, dass die Fortschritte schneller gehen. Das sehe ich im Training. Aber die Spielidee ist komplett was anderes, als sie voriges Jahr gespielt haben."
Aufsteiger Austria Lustenau jubelt im Heimspiel gegen die WSG Tirol über einen Sieg. Die Vorarlberger setzen sich zum Auftakt mit 2:1 durch. Anthony Schmid (12.) und Anderson (59.) sorgen für die Führung. Tim Prica bringt Wattens noch einmal heran (87.). Die Gäste scheitern aber an ihrer eigenen Chancenauswertung, schreiben nicht an.
Wattens-Trainer Thomas Silberberger: "Ich muss jetzt aufpassen. Ich bin auf 200 nach dem Spiel. Wenn du so bescheuerte Gegentore kriegst und so viele Chancen rausspielst. Stümperhafter gehts nicht mehr. Das war ein klassischer Selbstfaller, wenn man aus den Hundertern nichts macht. Ein Lapsus jagt den anderen. Ich bin extrem sauer. Zuwachs muss so schnell wie möglich kommen. Die Herrschaften brauchen Druck. Nicht immer nur von mir sondern auch einmal von einem guten Kaderspieler."
Jungstar Stefan Skrbo muss bei Wattens in der Schlussphase ausgewechselt werden. Silberberger: "Die erste Diagnose ist katastrophal. Es sieht nach einem Beinbruch aus. Ich hoffe, dass es 'nur' die Bänder sind. Richtig schade, er hat viel Schwung reingebracht und war auf einem guten Weg."