In OÖ wurden 2017 insgesamt 64.382 Delikte angezeigt. Das heißt konkret alle zehn Minuten eine Anzeige. Dafür liegt die Aufklärungsquote bei fast 60 Prozent.
Kurz nach 11.30 Uhr präsentierten LKA-Chef Gottfried Mitterlehner und Polizeidirektor Andreas Pilsl am Montag in der Linzer Polizeidirektion die Kriminalstatistik für das abgelaufene Jahr.
"Es gibt eindeutig mehr Positives zu berichten", startete Pilsl die Pressekonferenz. Und tatsächlich lässt die Polizei mit einer Aufklärungsquote von 58,8 Prozent aufhorchen. Das bedeutet Platz zwei hinter Vorarlberg im Österreich-Vergleich. "Wir kratzen zum ersten Mal in meiner Amtszeit an der 60 Prozent Marke. Das macht mich sehr stolz", so Pilsl.
Insgesamt wurden 2017 im Land ob der Enns insgesamt 64.382 Delikte angezeigt. Das heißt umgerechnet: alle zehn Minuten ging eine Anzeige bei der Polizei ein.
Eine andere Statistik bereitet dem Polizeichef große Sorgen. Denn der Anteil tatverdächtiger Asylwerber habe sich von 1368 (2016) auf 2768 im Vorjahr fast verdoppelt. Vor allem die Zahl der Anzeigen gegen Afghanen ist laut Pilsl stark gestiegen.
Rumänen am häufigsten angezeigt
Am häufigsten angezeigt wurden zwar Rumänen, gefolgt von den Deutschen. Die Afghanen befinden sich in diesem Ranking bereits auf dem vierten Platz. Pilsl: "Vor einigen Jahren waren sie noch nicht einmal unter den Top-Ten. Diese Gruppierung müssen wir uns besonders genau anschauen und wir werden mit Sicherheit alle polizeilichen Möglichkeiten ausschöpfen."
Andreas Pilsl im Kurz-Interview:
Was bei der Statistik außerdem hervorsticht: Die Zahl der Kfz-Diebstähle ist von 268 auf 178 stark gesunken. "Das ist ein sensationell guter Wert", so Mitterlehner. Die Aufklärungsquote beträgt in diesem Bereich knapp 30 Prozent.
Die Anzeigen wegen Vergewaltigungen sind von 120 auf 134 leicht gestiegen. Die Gesamtzahl der Sexualdelikte ist rückläufig (von 540 auf 521 Vorfälle).
(mip)