Statt Flugtickets: Airline testet Gesichtsscanner

Gesichtsscanner (Symbolfoto)
Gesichtsscanner (Symbolfoto)Bild: picturedesk.com
Sind Flugtickets schon bald Geschichte? Zurzeit testen der US-Billigflieger Jetblue und Delta Air Lines einen Gesichtsscanner.

Viele Kunden setzen beim Fliegen schon heute auf Online-Tickets am Smartphone statt auf die Papierform. US-Airlines wollen nun noch einen Schritt weiter gehen und die Bordkarte durch einen Gesichts-Scan ersetzen. Aktuell testet die Gesellschaft "Jetblue" in einem Pilotprojekt ein Gesichtserkennungssystem. Wie die "Aargauer Zeitung" berichtet, müssen Fluggäste am Gate dann nicht mehr die Bordkarte zeigen, sondern stattdessen vor eine Kamera treten.

Im Anschluss überprüft eine Software die Geometrie des Gesichts und vergleicht die Daten mit denen einer Datenbank. Stellt das System fest, dass eine Übereinstimmung vorliegt, gibt es grünes Licht und der Passagier darf an Bord. Auch Konkurrent Delta Air Lines erprobe die biometrische Bordkarte am Flughafen der Stadt Minneapolis-Saint Paul. Weiter ist man schon in Asien: China Southern Airlines hat in Nanyang ein automatisiertes Gesichtserkennungssystem bereits in Betrieb genommen. Auch in verschiedenen europäischen Metropolen gibt es entsprechende Bemühungen.

Pässe könnten bald überflüssig sein

Änderungen sind nicht nur bei den Tickets vorgesehen, sondern auch bei den Pässen. So will Australien ein elektronisches System einführen, bei dem Reisepässe gescannt werden und nicht mehr physisch mitgeführt werden müssen. Solche Maßnahmen rufen allerdings Datenschützer auf den Plan. Sie kritisieren die wachsende Überwachung und auch, dass Geheimdienste undemokratischer Staaten Zugriff auf die Daten erhalten könnten.

Neben datenschutzrechtlichen Bedenken gibt es auch Zweifel an der Verlässlichkeit der Systeme. Schafft es ein solches, Zwillinge zu unterscheiden? Wie sieht es mit Frauen aus, die aus religiösen Gründen ein Kopftuch tragen? Gerade ein neuer Haarschnitt könnte die Algorithmen der Software vor erhebliche Probleme stellen. Erst wenn diese gelöst sind, steht einer breiten Einführung der Systeme nichts mehr im Weg.

(red)

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