Statt Hochzeitstorte gibt's Blut und schwarzen Humor

Eine satanische Familie macht in "Ready or Not" Jagd auf den angeheirateten Neuzugang der Familie.
Grace (Samara Weaving) hat sich den Erben einer Brettspiel-Dynastie angelacht und rackert sich ab, um den hohen Ansprüchen seiner Familie gerecht zu werden. Als die Schwiegereltern auf einen seltsam anmutenden Hochzeitsbrauch bestehen, macht die junge Braut gute Miene zum wahrhaft bösen Spiel. Statt ihren geliebten Alex (Mark O'Brien) im frisch bezogenen Ehebett zu vernaschen, nimmt sie am Spieleabend der stinkreichen Sippe teil.

Ein geheimnisvolles Holzkisterl entscheidet über die Disziplin, in der Grace gegen ihre angeheirateten Verwandten antreten muss. Kaum hat sie die Karte mit dem Vermerk "Hide and Seek" (das klassische "Verstecken") aus der Box gezogen, geht ein Raunen durch die verbliebene Hochzeitsgesellschaft. Der Grund: Ein vor Generationen geschlossener Pakt mit dem Teufel macht das Kinderspiel für Alex' Familie zum tödlichen Ernst. Während Grace ahnungslos nach einem Versteck sucht, wird die Villa abgeriegelt, und die reichen Häscher fassen ihre Waffen aus.

Der Trailer von "Ready or Not":



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Mehr Kunstblut als schwarze Komödie



Vor bösen Schwiegereltern kann man sich schon mal fürchten. Ist ja auch der blanke Horror, Abneigung oder gar Verachtung von eben jenen Menschen zu spüren, die nach der Eheschließung unweigerlich Teil des eigenen Lebens werden. In den Händen des Regie-Duos Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett ("Devil's Due – Teufelsbrut") wird dieses Szenario zur bitterbösen Splatter-Komödie.

Obwohl... so lustig wie der Trailer angedeutet hat, ist "Ready or Not" dann gar nicht. Zu hoch spritzen die Kunstblutfontänen, zu düster ist der Kamerafilter. In diesem Film hat der Horror das Sagen, gelacht wird vor allem, wenn er besonders skurrile Formen annimmt (Stichwort: gemeuchelte Dienstmädchen).

Die Braut, die sich was traut



Nein, das ist nicht Margot Robbie in der Hauptrolle, sondern ihre australische Landsfrau Samara Weaving, zuletzt unter anderem in "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" zu sehen. Weaving fällt glücklicherweise nicht nur durch ihre Ähnlichkeit zum Hollywood-Star der Stunde auf. Ihre Grace ist zwar kein "Final Girl" im klassischen Sinn, trägt den Film aber auch abseits der alten Masche mit Bravour.

Die wichtigsten Nebenrollen sind mit Beinahe-Promis besetzt. Adam Brody ("OC California") hadert als Grace' Schwager Daniel mit dem Blutdurst seiner Verwandtschaft, der frühere Romcom-Star Andie MacDowell ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall") beweist ungeahnte Talente als fiese Schwiegermutter. Gemeinsam mit Mark O'Brien ("Arrival") verkörpern sie die wechselhafte und vor allem gegen Ende spannende Dynamik innerhalb der Familie.

"Ready or Not" (mit dem etwas peinlichen Untertitel "Auf die Plätze, fertig, tot") startet am 27. September 2019 in den österreichischen Kinos.



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