Frankreichs Kulturministerium hat Anzeige erstattet: Sieben Statuen aus Holz, Terracotta und Bronze im Wert von mehreren 10.000 Euro sind im Elysée-Palast nicht mehr auffindbar. Man geht davon aus, dass sie gestohlen worden sind – doch irgendwelche Anhaltspunkte gibt es nicht.
Die Beamten wissen, dass die Statuen zwischen 1879 und 1984 zum Sitz des Präsidenten gebracht worden waren. Doch ob sie wirklich gestohlen worden sind, oder doch vielleicht einfach verloren wurden, kaputt wurden oder irrtümlich umplatziert worden sind, weiß niemand so genau. Man ist sich nicht einmal sicher, wann sie überhaupt verschwunden sind.
Allerdings sind diese Statuen keine Einzelfälle: In den vergangenen 200 Jahren haben Frankreichs Ministerien und Botschaften 467.000 Kunstwerke zur Dekoration besorgt. Doch als man begann, sie alle zu erfassen, fand man Erstaunliches - nämlich dass 57.500 fehlen. 1.000 davon alleine aus dem Elysée-Palast...
Beamte mit langen Fingern
In den meisten Fällen haben Minister oder Beamte die Kunstwerke nach Ende ihrer Amtszeit wohl einfach nach Hause mitgenommen. Eine eigene Polizeieinheit kümmert sich um verschwundene Kunstwerke und wenn einmal eines aufgespürt wird, dann gibt es vor Gericht harte Strafen: Ein Vizepräfekt aus der Normandie wurde im Vorjahr zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil er ein 130.000 Euro teures Kunstwerk mitgenommen hat.
Allerdings steckt nicht immer kriminelle Energie hinter dem Verschwinden: Ein antiker Lampenschirm, der als unauffindbar gemeldet wurde, verstaubte in einem Kasten, wie sich später herausstellte.
Ein Bild im Wert von 200.000 Euro des italienischen Malers Giovanni Paolo Panini aus dem 18. Jahrhundert hingegen hing einmal im Elysée-Palast und bleibt weiter verschwunden.
Insgesamt sind 2.300 Verfahren anhängig und rund 900 neue sollen in den nächsten Monaten folgen.
(red)