Wer derzeit mit dem Auto nach Kroatien fährt, braucht vor allem eines: Geduld. Auf den wichtigsten Routen Richtung Adriaküste, etwa auf der A1 zwischen Zagreb und Karlovac, kam es in den letzten Tagen zu kilometerlangen Staus und stockendem Kolonnenverkehr. Neben dem starken Reiseverkehr erschweren auch Unfälle und Baustellen die Situation. "Heute" berichtete.
Auch auf Landstraßen und an mehreren Grenzübergängen in Bosnien und Herzegowina sorgten Ausweichverkehr, ein Ausfall des digitalen Entry/Exit-Systems und hohe Temperaturen für erhebliche Verzögerungen. Autofahrer mussten mit bis zu 15 Stunden Wartezeit rechnen. Der kroatische Automobilclub HAK rät, die Geschwindigkeit an die Verhältnisse anzupassen.
Wie zudem der "Kurier" aktuell berichtet, wird durch die aktuelle Reisewelle erneut deutlich, wie sehr die Infrastruktur in Kroatien und den Grenzregionen an ihre Grenzen stößt. Besonders betroffen war am Montag die A1, wo sich nach einem Unfall zwischen Lučko und Karlovac eine bis zu 25 Kilometer lange Kolonne bildete. Die Temperaturen lagen teils bei 39 Grad.
Viele Autofahrer versuchten, den Hauptverkehrsadern auszuweichen und nutzten regionale Straßen, was auch dort zu Verzögerungen führte. Auf der alten Karlovac-Straße DC1 staute sich der Verkehr zwischen Klinča Sela und Jastrebarsko sowie vor Karlovac auf insgesamt acht Kilometern.
Im Süden meldeten mehrere Grenzübergänge zwischen Kroatien und Bosnien lange Wartezeiten. Besonders am Übergang Izačić brachte der Ausfall des Entry/Exit-Systems den Verkehr beinahe zum Erliegen. Kilometerlange Fahrzeugkolonnen bildeten sich auf beiden Seiten der Grenze, auch am Nachmittag entspannte sich die Lage kaum.
Die Verkehrssituation ist seit Jahren ein Problem, das nicht nur Urlauber, sondern auch die lokale Bevölkerung betrifft. Viele Bewohner der Grenzregionen berichten von blockierten Ortsstraßen und tagelangen Verkehrsproblemen. Feuerwehr und Zivilschutz versorgten Autofahrer mit Wasser.
Am vergangenen Wochenende wurden die bisher längsten Staus des Jahres gemeldet: Zeitweise reichten sie an den Grenzübergängen auf über 20 Kilometer. Laut kroatischer Grenzpolizei war es das verkehrsreichste Wochenende 2026. Auch Social-Media-Nutzer berichten von stundenlangen Fahrten – so schrieb ein Österreicher: „Nie wieder im Juli und August nach Kroatien“.