Nach 31 Jahren ist Schluss: Am 6. September verabschiedete sich Stefan Mross live aus dem Europa-Park in Rust von "Immer wieder sonntags". Die Kult-Sendung wurde eingestellt. Stars wie Vanessa Mai, Semino Rossi und Peggy March waren mit dabei, während der Moderator trotz sichtbarer Wehmut und einiger Tränen bis zum Ende gute Laune versprühte.
Auch die zuvor in einem Interview angekündigten polarisierenden letzten Worte fielen am Ende überraschend versöhnlich aus. Statt gegen den Sender auszuteilen oder zu provozieren, nutzte Mross seinen Abschied für eine Dankesrede an sein Publikum und sein Team – und verabschiedete sich in seiner gewohnt sympathisch-ungefilterten Art mit einer klaren Botschaft: "Macht’s keine Dummheiten, bleibt’s alle schön gesund, der Rest ist scheißegal." Zwei Stunden lang herrschte noch einmal heile Welt, doch nach der Sendung kippte die Stimmung offenbar gewaltig.
Wie die deutsche "Bild" berichtet, kam es bei einem anschließenden Empfang des Südwestrundfunks (SWR) zum Eklat. Intendant Kai Gniffke und Programmdirektor Clemens Bratzler blickten in ihren Reden auf die erfolgreiche Show zurück und würdigten auch Mross’ mehr als zwei Jahrzehnte beim Sender.
Bei Gniffkes Ansprache platzte dem Moderator jedoch der Kragen: "Das war wie eine Bestattungsrede. Und bei jedem Negativen haben Sie geklatscht, ich weiß nicht warum. Ich habe in den letzten Monaten nie ein negatives Wort verloren über den SWR oder die ARD, weil das Positive überwiegt, auch wenn man sich trennt. Das ist wie in einer Ehe – und ich weiß, wovon ich rede."
Auch Bratzler bekam laut der deutschen Zeitung sein Fett weg. Er war es, der Mross im März über das Aus von "Immer wieder sonntags" informiert hatte. Beim Empfang sagte der Moderator zu ihm: "Clemens, ich glaube, du hattest mal eine sehr unerfolgreiche Fernsehshow. Für mich kam es so rüber, als wäre das mit mir eine kleine Rache-Aktion von dir."
Danach wurde Mross noch deutlicher: "Ich wollte heute eigentlich gar nicht auf diesen Empfang kommen. Aber ich bin es meinem Team schuldig, das seit fast 22 Jahren hier Hand in Hand mit mir gearbeitet hat. Da kann uns der Rest am A.... lecken!"
Zum Schluss stellte er über sich selbst klar: "Stefan Mross ist ein Stehaufmännchen, das wird niemals im Leben kippen. Ich hatte gute Zeiten und schlechte Zeiten. Aber ich weiß, dass es weitergeht. Ich werde jetzt diesen Raum verlassen, weil es hier drinnen zu viel negative Energie ist. Aber das gilt nicht für mein Team, Ihr wart die Besten!" Danach ging er laut dem Bericht scheinbar wirklich aus dem Raum und kam nicht wieder.
Gegenüber der "Bild" erklärte Mross später, der Auftritt und seine Rede seien keineswegs spontan gewesen: "Sie war wohlüberlegt, weil ich im Vorfeld wusste, dass der SWR sich heute in erster Linie selbst feiern wird. Mein Team und ich sind alle traurig und die feiern sich? Das war für mich ein Punkt, wo mir der Kragen geplatzt ist."
SWR-Sprecher Jürgen Ruf verteidigte indes die Veranstaltung: "Der SWR hat die Leistung von Stefan Mross und des gesamten Teams am Sonntag mit einer großen Extra-Ausgabe gewürdigt – auch als Geschenk an unser treues Publikum und die vielen Fans des Formats. Denn uns war wichtig, Stefan am Ende unserer langen und guten Zusammenarbeit nochmals die Bühne zu geben, die er nach mehr als 20 Jahren verdient hat."
Man führte fort: "Wir haben immer wieder betont, wie schwer uns die Entscheidung, ,Immer wieder sonntags’ zu beenden, gefallen ist. Bei aller verständlichen Emotionalität war und ist uns ein respektvolles Miteinander wichtig. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu Aussagen auf einer internen Veranstaltung nicht öffentlich äußern."