Petzner wehrt sich gegen Koks-Vorwürfe vor Gericht

Sozialwissenschafterin Jutta Ditfurth riet Jörg Haiders ehemaligem Pressesprecher Stefan Petzner im Live-TV: "Sie sollten weniger koksen!" Nun sehen sich die beiden vor Gericht wieder.

Kaum eine Woche, in der Ex-Dancing-Star und PR-Berater Stefan Petzner keine Schlagzeilen generiert: Wie am Wochenende publik wurde, muss der 38-Jährige demnächst wieder einmal vor Gericht antanzen – in eigener Sache. Petzner strengt einen medienrechtlichen Prozess gegen die deutsche Sozialwissenschafterin Jutta Ditfurth an.

Wüster Schlagabtausch in Servus-Sendung

Doch was ist geschehen? Vor etwas mehr als 14 Tagen saßen Ditfurth und Petzner in einer Servus-TV-Diskussion nebeneinander. Die Debatte "Krawall im Hörsaal – was darf man noch sagen?" geriert zum hochemotionalen Schlagabtausch der beiden Gäste. In der Live-Sendung hielt Petzner der Feministin (68) vor, 1990 an einer Demonstration "gegen die Annexion der DDR" mit der Parole "Nie wieder Deutschland" teilgenommen zu haben.

Ditfurth: "Sie sind ein Nazi. Sie sollten weniger koksen."

"Ich habe die sogar mitorganisiert, es war eine tolle Demo", räumte Ditfurth ein, schnupfte die Anwürfe Petzners dann aber nicht unkommentiert. "Sind Sie auf Koks – oder was?", fragte die Wissenschafterin den PR-Experten entnervt. Dem nicht genug, nur Sekunden später warf sie Petzner "Sie sind ein Nazi, im Moment ein sehr aufgeregter" an den Kopf. Petzner: "Ich lass mir viel vorwerfen, aber keinesfalls, dass ich ein Nazi bin."

Ditfurth gab nur ein "Sie sollten weniger koksen" zurück.

Petzner: "Was zu weit geht, geht zu weit. Daher die Klage."

Genau das bringt ihr nun ein Nachspiel vor Gericht ein. Petzner betrachtet die Koks-Anschuldigung offenbar nicht als Schnee von gestern, auch Weihnachtsfrieden gibt's keinen. Als Kläger beantragt der frühere Haider-Pressesprecher ein Urteil, dass die Beklagte es zu unterlassen habe, die wörtlichen und sinngleichen Äußerungen zu verbreiten, der Kläger "sei auf Koks, dh. konsumiere Kokain"; und/oder "sei ein Nazi".

Ditfurth soll Widerruf im TV verlesen

Doch dem nicht genug. Petzner verlangt, dass Jutta Ditfurth binnen 14 Tagen einen Widerruf in der Servus-Sendung "Talk im Hangar 7" verliest – und dafür bezahlt. Auch ein Wording hat Petzner mit seinem Medienrechtsprofi schon ersonnen: "Mein Name ist Jutta Ditfurth. Ich habe in der Sendung 'Talk im Hangar 7' am 5.12.2019 auf 'Servus TV' die unwahre Behauptung verbreitet, Stefan Petzner "sei auf Koks" bzw. solle 'weniger koksen', das heißt also, er konsumiere Kokain. Ich widerrufe hiermit diese Behauptung." Zudem soll die Wissenschafterin Petzner binnen zwei Wochen die Kosten des Rechtsstreits ersetzen.

Wahrheitsbeweis für Kokssucht?

Petzner auf Twitter: "Was zu weit geht, geht zu weit. Bin am meisten auf persönliche Verlesung des Widerrufs gespannt."

Es bleibt nun abzuwarten, ob Ditfurth Petzners Begehr Folge leistet – oder gar versuchen wird, den Wahrheitsbeweis für seine angebliche Kokain-Abhängigkeit zu erbringen. Ein Elmayer-Kränzchen war die TV-Diskussion zwischen Ex-Tänzer Petzner und Aktivistin Ditfurth nämlich auch vor dem Koks-Disput nicht. Ditfurth etwa zu Petzner: "Jetzt halten Sie mal die Klappe. Sie sind einfach nur eine Schwatzbacke."

Abwarten, wem der beiden es vor Gericht letztlich die Sprache verschlägt …

Petzner veröffentlichte Klage auf Twitter

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