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Steigende Gaspreise – so sparst du bis zu 1.500 Euro

Heftige Ausschläge am Gasmarkt: Großhandelspreise steigen um 20 %. Hier die besten Tipps für's Geldsparen.

Newsdesk Heute
Steigende Gaspreise – so sparst du bis zu 1.500 Euro
Die Großhandelspreise für Gas stiegen deutlich.
Getty Images

Haushalten droht die nächste harte Belastungsprobe: Die Gaspreise steigen wieder kräftig - "Heute" berichtete. "Die Märkte sind sehr nervös", sagt Österreichs führender Energieexperte und ehemaliger Chef der E-Control Walter Boltz im Gespräch mit "Heute": "Die Großhandelspreise sind teilweise schon etwa 20 Prozent höher als noch vor einigen Tagen.“

Hintergrund dieser Erhöhung ist wieder die Energie, die Österreich weiterhin aus Russland bezieht. Bis 2040 gibt es dafür noch bestehende Verträge mit dem Russen-Konzern Gazprom. Und genau deswegen sind die Experten in Sorge.

Schon im Juni zahlen manche mehr

Die OMV warnte diese Woche: Es besteht die Möglichkeit, dass eben diese Gazprom die Lieferungen stoppt. Zahlungen der OMV an die Russen könnten gepfändet werden, und wenn die kein Geld bekommen, werden sie wohl kein Gas mehr per Pipeline an uns liefern.

Die Auswirkungen in den Haushalten spüren als erstes diejenigen mit "Floating"-Preisen. Das sind die Verträge, mit variablen Gaskosten. Steigt der Großhandelspreis wie jetzt, erscheint diese Erhöhung schon auf der nächsten Rechnung. Verträge mit fixen Preisen werden erst nach Ablauf einer Frist "angepasst".

Achtung: Im Supermarkt könnte es teurer werden

Doch schon davor droht uns allen ein Preisschock: Großkunden von Gas sind Industriebetriebe. Diese werden wohl schon bald die neuen, höheren Energiekosten auf ihre Produktpreise aufschlagen. Dann bezahlen wir in den Geschäften und Supermärkten mehr für die            Waren.

Jetzt zeigt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Durchblicker, wie man bis zu 1.500 Euro jährlich bei Gaskosten einsparen kann. Durch einen geschickten Tarifvergleich.

Denn: Viele Landesenergieversorger haben gerade jetzt Angebote zum Umsteigen auf neue, günstigere Tarife. Schon das bringt erhebliche Ersparnisse mit sich. Aber, wenn man auch die Angebote der privaten, alternativen Anbieter in die Suche miteinbezieht, kann man in jedem Bundesland noch mehr Geld sparen.

500 bis 1.500 Euro Ersparnis

Stefan Spiegelhofer, Energieexperte von Durchblicker mit einem Rechenbeispiel: "Ein Haushalt mit 15.000 kWh Gasverbrauch (Anm.: ungefähr so viel verbraucht eine Familie mit zwei Kindern im Schnitt) spart beim Landesenergieversorger durch den Umstieg auf den neuen, günstigeren Tarif jährlich zwischen 210 und 951 Euro. Wechselt man zum günstigsten Alternativanbieter, sind zusätzliche Einsparungen von 239 Euro bis 806 Euro möglich. In Summe lassen sich die jährlichen Gaskosten um 500 Euro bis 1.500 Euro reduzieren."

In folgender Grafik werden für jedes Bundesland die Landesversorger mit alternativen Anbietern verglichen. Die größte Ersparnis gibt es bei dieser Berechnung von Durchblicker in Tirol. 1.503 Euro erspart man sich, wenn man von einem alten Vertrag mit dem Landesenergieversorger auf einen mit einem Alternativanbieter wechselt. In Wien sind immerhin noch 500 Euro bei einem solchen Wechsel zu holen (alle genauen Details zu den verschiedenen Anbietern findest du ganz unten).

So viel kannst du bei einem Anbieterwechsel sparen

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    Der Preisvergleich von Durchblicker für jedes Bundesland - so sparst du Geld.
    Der Preisvergleich von Durchblicker für jedes Bundesland - so sparst du Geld.
    Durchblicker

    Tipp: Preis für ein Jahr sichern

    Einen wichtigen Tipp hat Experte Spiegelhofer noch für "Heute"-Leser: “Wir können Kunden empfehlen, jetzt einen Gastarif mit Preisgarantie abzuschließen. So kann man sich den aktuell günstigen Gaspreis für zwölf Monate sichern, sollten die Preise an den Großhandelsmärkten weiter steigen."

    Das sind die genauen Berechnungen von Durchblicker:

    • Wer bei der Wien Energie im Sommer des Vorjahres den Gastarif "Optima Entspannt gebunden" inklusive Gratistage abgeschlossen hat, zahlt aktuell 1.866 Euro. Für Neukund:innen kostet derselbe Tarif seit 1. April 1.656 Euro, was einer Reduktion von 210 Euro entspricht. Bestandskund:innen können aktiv in den günstigeren Tarif umsteigen. Der derzeit günstigste Alternativanbieter Goldgas kommt auf 1.367 Euro pro Jahr, ein Wechsel würde die Jahreskosten nach derzeitigem Stand um 500 Euro reduzieren.
    • Bei der niederösterreichischen EVN sind die Effektivkosten (inkl. Netzkosten, Abgaben und Steuern) für den Tarif "Optima Garant Gas 12" mit April 2024 um 29 % gesunken. In unserem Rechenbeispiel liegen die Jahreskosten bei 1.576 Euro, das sind um 655 Euro weniger als bei Abschluss im Jahr 2023. Diese Preissenkung gilt allerdings nur für Neukund:innen. Das günstigste Alternativangebot liegt 434 Euro unter dem neuen EVN-Tarif und ist somit um 1.089 Euro günstiger als der im Herbst abgeschlossene Bestandstarif.
    • Die oberösterreichische Energie AG bietet keine Preissenkung des Bestandstarifs "Erdgas Klassik" an. Kund:innen können allerdings in den neuen und günstigeren Tarif "Erdgas Loyal" wechseln, der für unseren berechneten Familienhaushalt um 638 Euro günstiger ist als der Klassik-Tarif. Dennoch ist der neue "Erdgas Loyal" im Vergleich zu den anderen acht Landesenergieversorgern mit 1.948 Euro der teuerste Tarif. Somit ist hier die Differenz zum günstigsten Alternativanbieter mit 806 Euro am größten. Insgesamt können Konsument:innen bei einem Anbieterwechsel 1.445 Euro sparen.
    • Die Energie Steiermark führte im vergangenen Oktober mit ihrem Gastarif "Erdgas Privat" die Preisspitze der Landesversorger an. Heuer zeigt sich ein anderes Bild: Wer den Tarif im Jänner 2023 mit 2.270 Euro abgeschlossen hat, zahlt ab Mitte des Jahres nur noch 1.430 Uhr, also 840 Euro weniger. Damit bietet die Energie Steiermark ab 1. Juli nach derzeitigem Stand den günstigsten Gas-Tarif unter den Landesenergieversorgern. Die Preissenkung gilt für alle Neu- und Bestandskund:innen. Ein Wechsel zum günstigsten Alternativanbieter reduziert die Kosten um weitere 239 Euro. Unterm Strich können im Vergleich zum Bestandstarif 1.079 Euro gespart werden.
    • Die Salzburg AG hat ihren Tarif "Erdgas OK" für Neukund:innen und Bestandskund:innen mit 1. April effektiv um 25 % gesenkt. Somit kommt ein Jahresverbrauch von 15.000 kWh auf 1.666 Euro. Der günstigste Alternativanbieter liegt derzeit 475 Euro darunter. In Summe lassen sich im Vergleich zum Vorjahr 1.042 Euro an Gaskosten sparen.
    • Der Vorarlberger Landesversorger VKW nimmt bei seinem Tarif "Erdgas Standard" keine klassische Preisreduktion vor, sondern verlängert und erhöht seinen Rabatt auf den Arbeitspreis. Diese Anpassung entspricht einer Effektiversparnis (inkl. Netzkosten, Abgaben und Steuern) von etwa 32 %, damit kommt der Tarif bei 15.000 kWh Gasverbrauch auf 1.652 Euro pro Jahr. Die günstigste Alternative liegt 503 Euro darunter. Bei Wechsel zum Alternativanbieter kann ein Haushalt im Vergleich zum Vorjahr 1.275 Euro sparen.
    • Die Tiroler TIGAS hat ihren Tarif "comfort privat" für Neukund:innen mit 1. April effektiv um 34 % reduziert. Das entspricht in unserem Rechenbeispiel 951 Euro, somit belaufen sich die jährlichen Kosten für Neukund:innen auf 1.833 Euro. Der günstigste Alternativanbieter liegt 557 Euro darunter und kommt inklusive Netzgebühren, Steuern und Abgaben auf 1.276 Euro jährlich. Für Bestandskund:innen gewährt der Energieversorger bis Ende Juni noch einen Rabatt. Für Juli kündigt TIGAS weitere Preissenkungen an.
    • Die Burgenland Energie bietet keine Preissenkung für den Bestandstarif "Optima Unabhängig 2.0", sondern hat einen neuen, günstigeren Gastarif (Optima12 Unabhängig+ 3.0 Gas) eingeführt. Dieser Tarif gilt für Neukund:innen. Bestandskund:innen können aktiv auf diesen Tarif umsteigen. Das neue Angebot ist effektiv um 12 % günstiger und kostet bei einem Jahresverbrauch von 15.000 kWh 1.615 Euro. Der günstigste Alternativanbieter liegt 355 Euro darunter. Somit bringt ein Wechsel zum Alternativanbieter eine Ersparnis von 566 Euro pro Jahr.
    • Die Kärntner KELAG hat per 1. April für Neukund:innen im Tarif KELAG Erdgas eine Preissenkung von 18 % effektiv durchgeführt, was bei einem Verbrauch von 15.000 kWh jährlichen Kosten von 1.690 Euro entspricht. Bestandskund:innen zahlen in unserer Beispielrechnung bei einem Netto-Arbeitspreis von 9,87 Cent pro kWh inkl. Neukund:innenrabatt 2.054 Euro jährlich (inkl. Netzgebühren, Steuern und Abgaben). Der günstigste Alternativanbieter liegt 25 % unter dem aktuellen KELAG Erdgas Tarif und kommt daher auf 1.265 Euro jährlich (inkl. Netzgebühren, Steuern und Abgaben). Die Gesamtersparnis bei einem Wechsel zum Alternativen beläuft sich für Bestandskund:innen somit auf 790 Euro.

    Die Bilder des Tages

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      <strong>16.06.2024: "War lange viel zu naiv" – Minister hat düstere Warnung.</strong> Wirtschaftsminister Martin Kocher sieht Österreich und Europa im Welthandelsgefüge <a data-li-document-ref="120041628" href="https://www.heute.at/s/war-lange-viel-zu-naiv-minister-hat-duestere-warnung-120041628">auf den absteigenden Ast rutschen &gt;&gt;</a>
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      HEUTE/Helmut Graf

      Auf den Punkt gebracht

      • Die Gaspreise steigen aufgrund von Schwankungen auf dem Großhandelsmarkt, was zu höheren Kosten für Haushalte und Industriebetriebe führt
      • Um bis zu 1.500 Euro pro Jahr zu sparen, empfehlen Experten, die Tarife der Landesenergieversorger zu vergleichen und gegebenenfalls zu einem alternativen Anbieter zu wechseln, der günstigere Konditionen bietet
      • Es wird empfohlen, einen Gastarif mit Preisgarantie abzuschließen, um den aktuellen günstigen Gaspreis für zwölf Monate zu sichern
      red
      Akt.