Weil er keinen passenden Tierarzt finden konnte, kontaktierte ein Steirer für seine vier kranken Bisons einen Wunderheiler. Der Einsatz von ionisiertem Wasser habe "geholfen, die Bisons begannen wieder zu fressen. Der Tod kam danach überraschend", so der Mittsechziger, der sich vor dem Grazer Straflandesgericht wegen Tierquälerei verantworten musste.
Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, soll es der Steirer laut Anklage bei vier Tieren unterlassen haben, rechtzeitig für eine tierärztliche Behandlung zu sorgen: "Und das, obwohl die Bisons zumindest an einer chronischen oder akuten Erkrankung litten, wodurch es zu einer hochgradigen Abmagerung und schließlich zum Tod kam", erklärte Staatsanwältin Nina Ollinger. Ein Sachverständiger bestätigte den schlechten Zustand der Wildrinder: "Ein Bison hatte damals mit seinen 20 Monaten nur 200 Kilo, normal sind aber 400."
„"Ich habe teilweise etwas zu wenig unternommen, aber ich habe auch zu wenig Hilfe bekommen und zu wenig Druck bei den Ärzten gemacht." - Angeklagter“
"Sie müssen doch schon ein paar Wochen vor dem Tod der Tiere gemerkt haben, dass etwas nicht stimmt?", fragte Richter Hanspeter Draxler laut der "Kleinen Zeitung" nach. "Ich habe eh versucht, einen Tierarzt zu bekommen. Aber die sagten alle, dass sie sich mit diesen Tieren nicht auskennen", rechtfertigte sich der Angeklagte vor Gericht, zeigte aber auch Reue: "Ich bin der Meinung, dass ich teilweise schuldig bin. Ich habe teilweise etwas zu wenig unternommen, aber ich habe auch zu wenig Hilfe bekommen und zu wenig Druck bei den Ärzten gemacht."
Das Urteil: 720 Euro Geldstrafe. "Niemand unterstellt Ihnen, dass Sie die Tiere bewusst gequält haben. Aber Sie hätten erkennen müssen, dass es an der Zeit ist, Hilfe zu holen", so die Begründung des Richters. Und diese zu finden, ist laut dem Sachverständigen dank Internet nämlich kein Problem: "Da reicht im Google Bison + Steiermark + Tierarzt."