Steirer in Australien: "Die Menschen sind gebrochen"

Bild: privat
Seit Monaten wüten in Australien verheerende Waldbrände. 27 Menschen und über eine Milliarde (!) Tiere sind durch die Brände gestorben. Mittendrin im Katastrophengebiet sind zwei Österreicher.
Das Fotografen-Pärchen aus der Steiermark ist erschüttert: "Die vielen toten Tiere überall sind das Schlimmste." Über eine Milliarde Wild- und Nutztiere starben qualvoll in den verheerendsten Waldbränden seit vielen Jahrzehnten in Australien. "Heute" sprach mit Kerstin und Gregor, die sich momentan (auf eigene Gefahr) mitten in der Evakuierungs-Zone aufalten: "Um zu helfen".

"Es ist schrecklich…"



Das Erlebte muss erst verarbeitet werden: "Der Geruch von Verbranntem, der trostlose Anblick der unendlichen Asche-Felder, die vielen Menschen, die alles verloren haben … es ist schrecklich." Die Fläche des verbrannten Gebiets ist mittlerweile größer als ihr Heimatland Österreich. Die 31-jährige Murtalerin und der 42-jährige Wahl-Steirer aus Wien wollten eigentlich "nur Freunde besuchen, ein bisschen auf der Farm mithelfen und viele schöne Bilder machen". Doch die Brandkatastrophe traf ihren Ort Tumbarumba in New South Wales voll: "Wir hatten unglaubliches Glück, dass unser Haus noch steht."

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Das Leben in der schwarzen Zone



Von 2.700 Bewohnern aus ihrem Ort zwischen Sydney und Melbourne sind nur noch 250 geblieben, um ihr Hab und Gut vor den Flammen zu schützen. Oft vergebens: "Viele haben alles in den Flammen verloren – Haus, Stall und Tiere. An einen normalen Alltag ist nicht mehr zu denken."

Der Strom fällt oft aus, Internet gibt es nur sporadisch: "Informationen bekommt man oft nur in der Katastrophenzentrale im Gespräch" Dort holen die beiden auch jene Lebensmittelspenden ab, auf die sie nun angewiesen sind.

Geschlafen wird abwechselnd, damit man "jederzeit die Situation im Auge behalten kann". Tagsüber begleiten Kerstin und Georg den örtlichen „State Emergency Service", helfen wo sie können, sprechen mit Bewohnern und spenden Trost: „Die Menschen hier sind innerlich gebrochen, stehen vor dem Nichts. Manchmal hilft nur eine Umarmung." Hoffnung flammt wenig auf, da die Lage weiterhin bedrohlich ist: „Eine herumliegende Glasscherbe im Sonnenlicht reicht schon, um das Feuer wieder zu entfachen."

Keine Gedanken an voreilige Rückkehr



Zurück in die Heimat fliegen wollen sie nicht. "Wir bleiben hier, bis alles vorbei ist, denn wir lassen unsere Freunde und die Menschen hier nicht im Stich."

Ihre Fotos, wie etwa das abgebildete Känguru stellen sie gegen eine Spende an die örtlichen Helfer zur Verfügung. Wer die vielen Freiwilligen in Australien unterstützen will, kann das mit dem Verwendungszweck: "Bushfire" an das folgende Konto des Rotary Club of Tumbarumba Service Account der Benddigo Bank.

Kontonummer: 633000130534639

SWIFT: BENDAU3BXXX

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