Weil sich sein Vater vor mehr als einem Jahr im Krankenhaus das Leben genommen hat, klagt ein Obersteirer nun die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes). Seiner Meinung nach habe eine falsche Behandlung zu unerträglichen Schmerzen geführt und den Patienten dadurch in den Tod getrieben.
Nun möchte die Familie des Verstorbenen 36.000 Euro Schadenersatz, berichteten steirische Medien am Freitag.
Der 62-jährige Knittelfelder war schwer lungenkrank. Nachdem nach Angaben der Familie ein Rippenbruch im LKH Leoben nicht erkannt worden war, wurde der Patient trotz großer Schmerzen nach Hause geschickt. Im Krankenhaus Knittelfeld wurde ihm geholfen, doch zwei Monate später setzten erneut starke Schmerzen ein, wieder kam er ins Spital. Dort wurde er mit dem Medikament Hydal behandelt, das nach Meinung von Anwältin Karin Prutsch, die die Familie vertritt, völlig ungeeignet zur Behandlung von Lungenkranken ist.
Selbstmord wegen unerträglicher Schmerzen
Durch diese Behandlung soll der Patient starke Atembeschwerden bekommen und sich schließlich aufgrund von unerträglichen Schmerzen umgebracht haben. Die KAGes meinte dazu, die Behandlung des 62-Jährigen sei nach allen Regeln der medizinischen Kunst erfolgt.
Staatsanwaltschaft (noch) nicht aktiv
Bei der Staatsanwaltschaft Leoben traf am 6. September 2011 ein Bericht der Polizei bezüglich des Selbstmordes des Knittelfelders ein. Da kein Fremdverschulden vorlag, kam es zu keinem Verfahren. "Sollte ein allfälliger Zivilprozess ergeben, dass doch Fremdverschulden vorliegt, wird sich die Staatsanwaltschaft die Sache erneut anschauen", erklärte die Sprecherin der Anklagebehörde, Nicole Dexer, am Freitag.