Sterberisiko auch bei mildem Covid-Verlauf hoch

Nicht nur das Sterberisiko steigt bei einem milden Infektionsverlauf, auch die notwendige Pflege aufgrund von "Long-Covid".
Nicht nur das Sterberisiko steigt bei einem milden Infektionsverlauf, auch die notwendige Pflege aufgrund von "Long-Covid".Getty Images/iStockphoto
Eine neue US-Studie zeigt, dass auch ein milder Covid-19-Krankheitsverlauf das Sterberisiko bis zu 6 Monate nach der Infektion um 59 Prozent erhöht.

Forscher des US Department of Veteran Affairs haben in einer groß angelegten Studie herausgefunden, dass auch eine milde Covid-19-Erkrankung über einen Zeitraum von sechs Monaten nach der Infektion das Sterberisiko erhöht. An der Untersuchung, die jetzt im Fachjournal "Nature" veröffentlicht wurde, nahmen rund 73.000 Kriegsveteranen teil.

Das erschreckende Ergebnis: Verglichen mit jenen ohne Infektion hatten die Probenden mit einem milden Covid-19-Verlauf ein um 59 Prozent höheres Risiko, innerhalb der darauffolgenden Monate zu sterben. Die Autorinnen und Autoren der Studie schätzten aufgrund dessen, dass selbst eine milde Covid-19-Erkrankung bis zu sechs Monate nach der Infektion zu acht weiteren Todesfällen pro 1.000 Personen führen würde.

Höhere Zahl bei Krankenhausaufenthalt

Für diejenigen, die im Krankenhaus behandelt wurden — eine gesonderte Gruppe von fast 14.000 Personen in der Studie — lag die Zahl noch höher: Von 1.000 Personen, die wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt wurden, würden innerhalb von sechs Monaten nach der Diagnose wohl sogar 28 weitere Menschen laut den Forschern sterben.

Allerdings umfasste die Kohorte für den milden Verlauf von Covid-19 überwiegend weiße (76 Prozent), männliche (90 Prozent) Kriegsveteranen mit einem Durchschnittsalter von 66 Jahren. Aufgrund dessen ist nicht klar, ob die Ergebnisse für eine breitere Bevölkerung geltend gemacht werden können.

Long-Covid führte zu ständig notwendiger Pflege

Außerdem fanden die Wissenschaftler heraus, dass jene, die nicht im Krankenhaus behandelt werden mussten, trotzdem bis zu 20 Prozent mehr ständige Pflege benötigte als Nicht-Infizierte. Der Grund waren anhaltende Symptome wie Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen, psychische Erkrankungen und Stoffwechselstörungen.

"Wenn es jemals ein Beispiel in der klinischen Medizin gab, das die Bedeutung einer integrierten multidisziplinären Versorgung am besten veranschaulicht, dann ist es #longcovid", schrieb Ziyad Al-Aly am Donnerstag auf Twitter. Er ist Leiter des Forschungs- und Bildungsdienstes bei Veterans Affairs und einer der Studienautoren. „Gesundheitssysteme sollten sich schnell an diese Realität anpassen“, fügte er hinzu.

Diese sogenannten Long-Covid-Symptome halten einen Monat oder länger nach der ersten Ansteckung mit dem Coronavirus an oder treten aber auch erst Wochen nach der Infektion auf.

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