Sie will nicht Aufpasserin im VP-Finanzministerium sein: die Steirerin Sonja Steßl im "Heute"-Interview über "gallische Dörfer", Jugendlichkeit und die Adressaten der Steuererhöhungen.
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"Heute": Mit 32 Jahren sind Sie eine besonders junge Staatssekretärin. Sind Sie die SPÖ-Antwort auf Sebastian Kurz?
Sonja Steßl: Ich vergleiche mich nicht gerne mit anderen. Durch die Jugendlichkeit kann man ein Amt interessanter gestalten. Es ist natürlich auch ein Zeichen, wenn der Kanzler jungen Menschen die Chance gibt, Politik zu gestalten.
Ein VP-Finanzminister, ein VP-Staatssekretär und Sie – sind Sie die rote Aufpasserin?
Steßl: Ich bin kein gallisches Dorf im Finanzministerium, eher ein politischer Spiegel des Ministers. Gesetzesentwürfe passieren meinen Tisch. Wir arbeiten im Team.
Wer soll in fünf Jahren weniger Steuern zahlen, wer mehr?
Steßl: Wir halten uns ans Arbeitsprogramm. Eine Reformkommission wird Vorschläge liefern. Mir persönlich geht es vor allem um die Entlastung des Faktors Arbeit.
Wird es eine Steuerreform vor 2018 geben – ja oder nein?
Steßl: Wir machen, was sich ausgeht. Das verstehen die Menschen.
Steßl: Wer fährt denn PS-starke Autos? Das Gros der Bevölkerung nicht. Das gilt auch für Zigaretten und Alkohol: Wie viel Sekt kann man schon trinken? Und Rauchen soll der Staat auch nicht fördern.
Wie wollen Sie Bürokratie im Finanzwesen abbauen?
Steßl: Durch mehr Online-Angebote. Sogar meine Mutter nutzt die Handysignatur. Mit 69.
Regierung holt sich heuer von den Autofahrern 230 Millionen Euro
Österreichs Autofahrer sind die größten Leidtragenden des neuen Steuerpakets! Sie werden von der Koalition über höhere motorbezogene Kraftfahrzeugsteuer, Versicherungssteuer und Normverbrauchsabgabe für Neuwagen allein heuer um 230 Millionen Euro zusätzlich erleichtert.
Damit tragen die Autofahrer nach den Firmen und Banken (insgesamt knapp 550 Millionen zusätzlich) die größte Last der Budgetsanierung. An dritter Stelle: Raucher. 80 Millionen Euro zusätzlich betragen die Einnahmen aus der höheren Tabaksteuer allein heuer (2016 sind es schon 300 Millionen Euro). Ab 1. März werden Zigaretten um 15 Cent teurer (ebenso am 1. April 2015, 2016 und 2017). Platz 4: Besserverdiener, sie steuern über den Solidarbeitrag 75 Millionen Euro zum Budget bei. Platz 5: Sekt- und Schnapstrinker. 40 Millionen Euro extra pro Jahr erhofft sich die große Koalition.
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