Steuern: Ab heute nimmt uns Staat nichts mehr weg

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Bis zum heutigen Tag haben wir nur für den Staat gearbeitet. Der "Steuerfreiheitstag" markiert dies. Doch es gibt auch Kritik daran.

Die Wirtschaft macht seit 1976 jedes Jahr auf den "Tax Freedom Day", den "Steuerfreiheitstag" aufmerksam. Er markiert den Tag des Jahres, an dem das Einkommen des durchschnittlichen Steuerzahlers nicht mehr zur Deckung von Steuern und Abgaben weitergegeben wird.

"Bis heute, also 227 Tage lang, haben wir ausschließlich für die Staatskasse gearbeitet", erklärt Barbara Kolm, Direktorin des Austrian Economics Centers, das den Tag errechnet hat.

Ein Gedenktag

Der Tag ist für Kolm kein Feiertag, sondern ein trauriger Anlass: "Er soll den Bürgern ihre Abgabenlast bewusst machen", sagt sie der "Kleinen Zeitung".

Diese Last wird seit 1976 immer größer. Während sich das durchschnittliche Volkseinkommen jedes Jahr um 4,6 Prozent erhöht hat, seien die Steuern jährlich um 5 Prozent gewachsen.

Die Abgabenquote sei ein Hemmschuh für die Wirtschaft, wie es Christoph Kovacic von der Jungen Wirtschaft und Alfred Freiberger von der Jungen Industrie ausdrücken.

Seitenhieb auf den Sozialstaat

Doch es gibt auch eine andere Sichtweise: Die Arbeiterkammer entgegnet, der Staat dürfe und müsse auch etwas kosten. Sonst würde es weniger öffentliche Leistungen geben. Den "Tax Freedom Day" sieht man dort als einen "jährlichen Seitenhieb auf den österreichischen Wohlfahrtsstaat".

Was dabei untergehen würde: Dass man für Steuern auch wertvolle Gegenleistungen wie die soziale und öffentliche Sicherheit, Infrastruktur und Verkehrsnetze, Bildung und Gesundheitsversorgung erhält.

Kritik auch vom Finanzministerium

Der Tag ist auch beim Finanzministerium unbeliebt. Die Ergebnisse seien nämlich "nicht nachvollziehbar". Hier steht vor allem die Berechnungsmethode in der Kritik: Das Volkseinkommen, das dazu herangezogen wird, sei ungeeignet, weil die zu zahlenden Steuern in Verhältnis zum Einkommen der Haushalte und Unternehmen gesetzt würden. Auch die Abgabenquote berechnet die Wirtschaft falsch: Hierbei würde das Bruttoinlandsprodukt als Basis verwendet. (red)

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