Steuerreform darf Kunst nicht treffen

Bild: Picturedesk

Dass Kunst und Kultur niemand braucht, wenn es ums pure Überleben geht, widerlegen Berichte von Menschen, die die Terror- und Mordmaschinerie der Nazis im KZ überlebten. Vielen gaben die wenigen Möglichkeiten, sich mit Kunst zu beschäftigen, und die Erinnerungen an Bücher, Konzerte und Theateraufführungen Widerstandskraft, Überlebenswillen und menschlichen Stolz.

Kunst ist eine wunderbare Quelle von Welterkenntnis und Lebensfreude – das darf kein Privileg der Reichen sein. Kunst ist ein geistiges Grundnahrungsmittel und sollte – das war eine Maxime der Sozialdemokraten in Zeiten, als sie noch daran glaubten, die Welt besser machen zu können – für alle da sein.

Durch die sogenannte Steuerreform nun soll der Mehrwertsteuersatz für künstlerische Leistungen in Theatern, Museen, Kinos und allen anderen Kultureinrichtungen von 10 auf 20 Prozent angehoben werden. Für eine vierköpfige Familie bedeutet das etwa, dass sie für einen gemeinsamen Besuch eines Musicals um 20 bis 40 Euro mehr berappen müsste. Mehrwertsteuer- Erhöhungen treffen niedere Einkommensschichten am stärksten, sind letztlich unsoziale zusätzliche Armutssteuern.

Will uns da die Politik verschaukeln? Eine Mehrwertsteuer-Erhöhung im Kulturbereich wird keine relevanten Mittel aufbringen. Im Gegenteil: Sie wird durch einen Besucher-Rückgang nur den Subventionsbedarf erhöhen.

Und sie wäre das falsche Signal für das Kultur- und Kunstland Österreich. Kunst und Kultur sind schon teuer genug. Und so kämpfen engagierte Kulturschaffende von Erika Pluhar bis zum Direktor der Vereinigten Bühnen Wien, Thomas Drozda, gegen diesen unsinnigen Plan. Wir wünschen ihnen im Sinne ihrer eigenen Glaubwürdigkeit und zum Nutzen aller Kunstfreunde viel Erfolg dabei.

Hoch lebe die Kunst

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