Ein 48-jähriger Kärntner musste sich am Dienstag wegen schweren sexuellen Missbrauchs seiner Stieftochter vor Gericht verantworten. Er soll sich mehrmals am heute 16-jährigen Mädchen vergangen haben, streitet aber alles ab. Die Verhandlung wurde vertagt.
2009 trennte sich die Mutter des mutmaßlichen Opfers vom Angeklagten, Ende 2012 vertraute sich das Mädchen in einem Brief der Mutter an. Sie sei "schockiert" gewesen, sagte die 49-Jährige bei Gericht. Zunächst habe sie sich an eine Hilfseinrichtung gewandt. Erst längere Zeit später war das Mädchen dann einverstanden, die Vorwürfe auch vor der Polizei und vor einem Gericht zu wiederholen.
Laut Aussage des mutmaßlichen Opfers war es zehn oder elf Jahre alt, als der Missbrauch geschah. In der kontradiktorischen Einvernahme schilderte das mutmaßliche Opfer die drei Situationen, in denen es zu den Übergriffen gekommen war. Der Angeklagte wies sämtliche Anschuldigungen zurück, das Kind habe alles erfunden. Er sei gar nie mit dem Mädchen allein gewesen, sagte er.
Familie dem Jugendamt bekannt
Thema im Prozess war auch das schwierige und konfliktreiche Familienleben. Immer wieder ordnete das Jugendamt Familienintensivbetreuung an, auch ökonomische Probleme gab es. Sogar die Wegnahme der Kinder sei Thema gewesen, sagte die Mutter im Zeugenstand. Schlussendlich sei es aber nie dazu gekommen.