Stillstand droht am Frankfurter Flughafen

Am Frankfurter Flughafen droht der völlige Stillstand. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat am größten deutschen Drehkreuz die Towerlotsen zu einem Unterstützungsstreik für die streikenden Vorfeldleute aufgerufen. Im eskalierenden Lohnstreit haben der Frankfurter Betreiber Fraport und die AUA-Mutter Lufthansa ein Gericht zu Hilfe gerufen. Und auch auf den Berliner Flughäfen sind in den nächsten Tagen spontane Warnstreiks möglich. Die Gewerkschaft ver.di will kurzfristig zu spontanen Arbeitsniederlegungen in Tegel und Schönefeld aufrufen. Hintergrund ist hier ein Gehaltskonflikt bei Mitarbeitern in der Passagier- und Gepäckabfertigung.

Der Tarifstreit zwischen Flughafenbetreiber-Fraport und der Gewerkschaft eskaliert: Die Arbeitnehmervertreter haben die Towerlotsen zum Streik aufgefordert.

Sollte sich das Towerpersonal dem Streik anschließen, dann droht Europas Flugverkehrsdrehscheibe der Stillstand. Die GdF hat die etwa zehn Frankfurter Lotsen der Frühschicht vom Mittwoch zu einer sechsstündigen Arbeitsniederlegung aufgerufen. Mit dem Solidaritätsstreik der Beschäftigten der bundeseigenen Deutschen Flugsicherung (DFS) soll der Druck im Tarifkonflikt um die rund 200 Mitarbeiter auf dem Vorfeld des größten deutschen Flughafens erhöht werden.

Scharfe Kritik der Fraport
Ein Lotsenstreik am Tower würde den Flugverkehr am größten deutschen Drehkreuz nach Fraport-Einschätzung unmöglich machen. Das Vorgehen der GdF sei völlig unverhältnismäßig, zumal man sich für die meisten der streikenden Mitarbeiter vom Vorfeld bereits einig gewesen sei, erklärte der Fraport-Sprecher. Nun solle für die tarifliche Eingruppierung von 80 Flugzeugeinweisern der internationale Luftverkehr massiv beeinträchtigt werden.

Von der Gewerkschaft "hinein gezogen"
"Es kann nicht sein, dass die Deutsche Flugsicherung, die ein zu 100 Prozent im Bundesbesitz befindliches Unternehmen ist und ein vom Staat garantiertes Monopol ausübt, von der GdF in einen privatrechtlichen Tarifstreit hinein gezogen wird. Dies ist eine zunehmende Unverhältnismäßigkeit des Ausstands", erklärte der Arbeitsdirektor der Fraport AG, Herbert Mai. "Die GdF-Führung will hier einen Flächenbrand entfachen, der in keiner Weise gerechtfertigt ist". Die Flugsicherung appellierte an die Lotsen, die Arbeit nicht niederzulegen.

1.400 bereits ausgefallen
Erneut fielen am Dienstag zahlreiche Flüge am zentralen Drehkreuz aus. Seit Donnerstag vorvergangener Woche hat die GdF schon mehr als 1.400 Flüge verhindert, war aber mit ihren Forderungen bisher nicht durchgedrungen. Fraport hatte mit Ersatzmannschaften einen immer größeren Teil der Flüge am größten deutschen Drehkreuz aufrechterhalten können.
APA/red.

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