Die Reaktionen auf den negativen Asylbescheid für Arigona Zogaj fallen wie zu erwarten sehr unterschiedlich aus. Von "Ich kommentiere keine Einzelentscheidungen" (Landeshauptmann Josef Pühringer) bis "völlig untragbar" (Grün-Politiker Rudi Anschober) reichen die Meinungen der Parteien. Pfarrer Friedl füchtet um das Leben des Mädchens, in Arigonas Wohnort Frankenburg sei das "Thema schon abgedroschen", meint der dortige Dorfwirt.
Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Ackerl (SPÖ) ist der Meinung, dass Innenministerin Maria Fekter ihre Möglichkeiten nützen müsse, um für ein humanitäres Bleiberecht zu sorgen. Familien, die bereits länger in Oberösterreich leben und gut integriert seien, sollten nicht abgeschoben werden, forderte Ackerl laut APA.
FPÖ: "Kein Anspruch auf Aysl"
Für FPÖ-Politiker Manfred Haimbucher erklärte in einer Presseaussendung, dass kein Mitglied der Familie Anspruch auf Asyl habe. Der Bezirkshauptmann von Vöcklabruck, Peter Salinger, sagt er habe von dem negativen Bescheid aus den Medien erfahren. Er wolle daher dazu vorerst nicht Stellung nehmen.
Bürgermeister: "Nicht alle auf Arigonas Seite"
In Frankenburg (Bezirk Vöcklabruck), dem langjährigen Wohnort der Familie, sei man geteilter Meinung, so Bürgermeister Franz Sieberer (SPÖ). Sieberer: "Die Gemeinde kann ohnehin nichts zur Angelegenheit beitragen, das ist Sache des Innenministeriums." Es gebe unter den Bürgern geteilte Meinungen dazu. "Dass nicht alle auf der Seite von Arigona und ihrer Familie sind, das hat man eh bei der EU-Wahl gesehen", so der Bürgermeister.
Pfarrer: "Fürchte um Arigonas Leben"
Pfarrer Friedl, der die Familie die vergangenen zwei Jahre unterstützt hat, fürchtet um das Leben von Arigona und ihrer Mutter. "Die beiden sind mit den Nerven am Ende", sagt er. Im Kosovo würden die notwendige Betreuung und die Medikamente fehlen. Patrick Gröstlinger vom "Wirt am Platzl" in Frankenburg zur Stimmung im Ort: "Bei uns ist das Thema schon ziemlich abgedroschen, die Leute reden hier nicht mehr viel darüber."