Es klappert wieder auf den Dächern, Masten und Schornsteinen in ganz Deutschland: Die Zahl der Weißstörche hat einen historischen Rekordwert erreicht. Der Naturschutzbund (NABU) rechnet heuer mit rund 15.000 Brutpaaren bundesweit.
Zum Vergleich: In den Achtzigerjahren gab es in der BRD und der DDR zusammen weniger als 3.000 Brutpaare. Die beliebten Großvögel waren damals in vielen Regionen komplett verschwunden.
"Im Gegensatz zu vielen anderen Arten haben wir beim Storch jetzt einen guten Erhaltungszustand", erklärt Bernd Petri von der NABU-Bundesarbeitsgruppe Weißstorch, wie der Spiegel berichtet.
Schuld am damaligen Rückgang waren der Nahrungsmangel durch intensive Landwirtschaft, die Trockenlegung von Mooren und Gefahren auf den Zugwegen. Doch inzwischen hat sich die Lage komplett gedreht.
Ein Grund für das Comeback: Immer mehr Störche fliegen im Herbst nicht mehr bis nach Afrika, sondern überwintern in Spanien. Dort finden sie auf Reisfeldern und Mülldeponien reichlich Nahrung und haben durch die kürzere Strecke eine deutlich höhere Überlebensrate.
Die größten Storchenpopulationen gibt es derzeit in Niedersachsen mit 2.737 und in Baden-Württemberg mit 2.602 Brutpaaren. Als besonders dicht besiedelt gilt der Kreis Groß-Gerau in Hessen mit 90 Storchenpaaren je 100 Quadratkilometer.
Auch der Klimawandel mit milderen Wintern spielt eine Rolle bei der positiven Entwicklung. Die Experten betonen jedoch, dass der Erhalt von Feuchtwiesen und die Renaturierung von Gewässern weiterhin wichtig für den Artenschutz bleiben.