Nach dem Aufschrei ob der als antisemitisch eingestuften Aussagen des Front-National-Gründers Jean-Marie Le Pen, hat sich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache im Ö1-Interview von dessen Formulierungen distanziert: "So etwas hat in der politischen Auseinandersetzung nichts verloren." Am Ziel, eine gemeinsame Fraktion im EU-Parlament mit der FN unter Marine Le Pen zu bilden, hält Strache zugleich fest.
Nach dem Aufschrei ob der als antisemitisch eingestuften mit der FN unter Marine Le Pen zu bilden, hält Strache zugleich fest.
Den Grünen gingen die Aussagen von Strache nicht weit genug. "Wenn die FPÖ trotz alledem an einer Zusammenarbeit mit Le Pen festhält, wird wieder einmal klar, dass Strache und Co. sich nicht von Politik a la Le Pen - egal ob Vater, Tochter oder Enkelin - distanzieren. Solche Aussagen dürfen in Europa keinen Platz haben", unterstrich die Grüne EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek in einer Aussendung.
Der 85-jährige Jean-Marie Le Pen war in einem Interview auf diejenigen angesprochen worden, die nach dem Sieg der FN bei der EU-Wahl Frankreich verlassen oder nicht mehr dort auftreten wollen, darunter der jüdische Musiker Patrick Bruel. "Ja, das erstaunt mich nicht", sagte Le Pen darauf und fügte unter zufriedenem Lachen an: "Wissen Sie, da machen wir das nächste Mal eine Ofenladung" ("on fera une fournee la prochaine fois").
Funkstille in der Familie Le Pen
FN-Parteichefin Marine Le Pen sprach darauf am Sonntag von einem "politischen Fehler" ihres Vaters. Zwar sei sie überzeugt, dass er "böswillig interpretiert" worden sei, sagte sie dem Nachrichtenportal lefigaro.fr. Ihr Vater habe aber sehr große politische Erfahrung und hätte eine solche Interpretation vorhersehen müssen. Seitdem herrscht Funkstille in der Familie Le Pen.
Jean-Marie Le Pen sagte am Dienstag der "Le Point", er habe seit seinen auch parteiintern kritisierten antisemitischen Äußerungen keinen Kontakt mehr zu seiner Tochter, der Parteivorsitzenden Marine Le Pen. Der 85-Jährige FN-Ehrenvorsitzende zeigte sich darüber menschlich enttäuscht. "Die Höflichkeit dominiert in dieser Sache nicht", sagte der 85-Jährige. "Was meine Gefühle betrifft, bin ich sehr verletzt."