Strache: Noch nie Ausländer-Wahlkampf

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat sich am Sonntag in der ORF-"Pressestunde" bereits in Vor-Wahlkampfstimmung gezeigt. Seine Freiheitlichen bewarb er als "soziale Heimatpartei für alle Leistungsträger". Ausländerfeindlichkeit will sich Strache nicht nachsagen lassen, vielmehr sei er "der leidenschaftliche Österreich-Vertreter."

FPÖ-Chef hat sich am Sonntag in der ORF-"Pressestunde" bereits in Vor-Wahlkampfstimmung gezeigt. Seine Freiheitlichen bewarb er als "soziale Heimatpartei für alle Leistungsträger". Ausländerfeindlichkeit will sich Strache nicht nachsagen lassen, vielmehr sei er "der leidenschaftliche Österreich-Vertreter."

Neuerlich plädierte Strache für ein Euro-Ende, selbst ein EU-Austritt ist für den freiheitlichen Obmann eine Option, sollte sich die Union zu einem zentralistischen Großstaat entwickeln.

Für den FPÖ-Obmann ist der Euro schuld an der großen Wirtschaftskrise und den sozialen Unruhen in Europa. Es brauche Alternativen, und die sind für Strache etwa eine Rückkehr zum Schilling oder kleinere Währungsverbände z.B. mit Österreich, Deutschland und den Niederlanden.

Schweiz als Vorbild

Die Entscheidung würde Strache dem Volk überlassen. Neuerlich pochte er darauf, dass bei Volksbegehren, die von vier Prozent unterstützt werden, automatisch eine Volksbefragung die Folge wäre. Überhaupt sieht der FP-Chef die Schweiz als Vorbild und so kann er sich auch ein Österreich ohne EU vorstellen, wenn sich in der Union keine Reformen in Richtung eines föderalen Europas ergäben.

"Noch nie Ausländerwahlkampf gemacht"

Abgestritten wurde von Strache, dass seine FPÖ für Ausländerfeindlichkeit stehe: "Ich habe noch nie einen Ausländerwahlkampf gemacht." Er sei da für "anständige Österreicher wie für anständige Menschen, die zugewandert sind." Probleme wie Asylmissbrauch oder radikalen Islamismus müsse man aber ansprechen dürfen.

Dass auf der FP-nahen Website "unzensuriert.at" rassistische und gewaltbegrüßende Postings aufgetaucht waren, sieht Strache nicht in der Verantwortung der Freiheitlichen. Auch andere Medien hätten Problem mit Online-Foren, wenn Poster mit Fakeprofilen "ungeheuerliche Dinge" von sich gäben wie in diesem Fall. Wenn man draufkomme, lösche man solche Einträge, wie dies auch bei "unzensuriert.at" geschehen sei.

FPÖ fordert Steuerentlastung

Was sein Wahlziel angeht, erklärte Strache, eine Stärke erreichen zu wollen, wo man die FPÖ nicht mehr ausgrenzen könne. Er wolle keine rot-schwarze Lebensverlängerung. Immerhin seien SPÖ und ÖVP gescheitert, wie man an Rekord-Arbeitslosigkeit und 1,3 Millionen Menschen in Armut sehe.

Notwendig wäre für Strache eine Steuerentlastung, mit der den Österreichern wirklich mehr "im Börsel bleibt". Zudem will der FPÖ-Chef, dass den von der Regierung "beraubten" Pensionisten die Teuerung voll abgegolten werde. Nichts hält Strache von der Bankenabgabe (die nach Wunsch der SPÖ verlängert werden sollte), würden die Finanzinstitute diese doch nur auf ihre Kunden abwälzen. Die Kärntner Hypo sieht Strache übrigens nicht als FPÖ- sondern als Banken-Skandal, über den im Nationalrat ein U-Ausschuss tagen sollte.

Eines wird sich für den FPÖ-Chef bis zur Wahl nicht mehr ausgehen, eine Hochzeit mit seiner Verlobten Andrea Eigner: "Wenn, in Ruhe danach."

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