Zum Thema Gemeindequoten - die Regierung hat am Montag ein Durchgriffsrecht beschlossen - kündigte Strache FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache im ORF-Sommergesprächein Volksbegehren an. Zwar meinte er, dass er über die Jahre "ruhiger geworden" sei, bei der Sendung zeigte sich davon aber nicht viel. Er verteidigte nicht nur seinen Sager, dass sich Abzuschiebende "absichtlich anurinieren" würden, sondern bilanzierte, dass "Hass und Hetze" nicht von ihm, sondern von allen anderen ausgehen würden.Fragen zu einem Mordkomplott gegen Jörg Haider wich er aus und stellte klar, dass seine Tochter nie zum Islam konvertieren würde.
Zum Thema Gemeindequoten - - kündigte Strache FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache im ORF-Sommergesprächein Volksbegehren an. Zwar meinte er, dass er über die Jahre "ruhiger geworden" sei, bei der Sendung zeigte sich davon aber nicht viel. Er verteidigte nicht nur seinen Sager, dass sich Abzuschiebende "absichtlich anurinieren" würden, sondern bilanzierte, dass "Hass und Hetze" nicht von ihm, sondern von allen anderen ausgehen würden.Fragen zu einem Mordkomplott gegen Jörg Haider wich er aus und stellte klar, dass seine Tochter nie zum Islam konvertieren würde.
"Wo man arbeitet, da fallen Späne", eröffnete Strache das Sommergespräch, was er in Folge wörtlich nahm. Er sei über die Jahre gelassener geworden, stehe aber weiterhin zu seinen vergangenen Aussagen. Eine davon, nämlich dass Personen mit Herkules-Militärmaschinen abgeschoben werden sollen, denn da würde es keinen stören, dass sie sich "absichtlich anurinieren" würden, würde er vielleicht anders formulieren. Vorgegangen müsse gegen Proteste gegen Abschiebungen trotzdem werden, denn sonst werden "österreichische Gerichtsurteile und der Rechtsstaat mit Füßen getreten".
Ins Strudeln kam Strache erstmals, als es um seine Ausländerpolitik ging. Die Frage, ob er in Hinsicht auf Fassbomben in Damaskus "dort bleiben" und nicht flüchten würde, wich der FPÖ-Chef aus. Man müsse zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen unterscheiden und er "habe auch Verständnis für Menschen, die sich wirtschaftlich verbessern wollen". Im gleichen Atemzug forderte er verstärkte Grenzkontrollen, einen Zaun nach Ungarns Vorbild brauche es aber nicht. Mit veralteten Flüchtlingszahlen aus dem Kosovo belegte Strache schließlich den "Asylmissbrauch".
"Vergasen" und "Kopfabschneiden"
Dass gerade auf Straches Facebook-Seite sowie derer der FPÖ zahlreiche Gewaltaufrufe wie "Vergasen" und "Kopfabschneiden" gepostet würden, kann Strache nicht nachvollziehen. Er lösche solche Beiträge und zeige die Schreiber an. Konfrontiert mit dem Posting der FPÖ Lichtenwörth, das ein Foto eines Unfallautos, in dem ein Mensch starb, mit den Worten "Ein Schlepper weniger..." zeigte, stellt Strache klar: "Sowas ist grauslich, das gehört weg und wird Konsequenzen haben."
Es sei jedoch nicht er oder die FPÖ, die Hass und Hetze verbreiten, sondern alle anderen, besonders die politischen Gegner und die Medien. Strache sei vielmehr das Opfer: "Ich habe noch nie so eine direkte Hetze gegen meine Person erlebt. Ich habe jeden Tag Drohungen, auch Mordrohungen, dass mir der Kopf abgeschnitten werden soll." Über die Jahre hätten die Drohungen immer mehr zugenommen.
Haider: Mord oder Unfall?
Dass Strache erst kürzlich eine Mordtheorie um den alkoholisiert bei einem Unfall ums Leben gekommenen Jörg Haider gepostet hatte, brachte Bürger zu der Frage, ob er denn wirklich einen Mord hinter Haiders Tod vermute. Auch dieses Mal konnte sich Strache nicht dazu durchringen, die Unfallversion anzuerkennen. Er wundere sich, denn "was mich immer wieder beschäftigt ist die persönliche Aussprache, die ich mit Haider hatte, drei Tage vor seinem Tod". Er habe erklärt, er habe Beweise für "unheimlich kriminelle" Vorgänge in Österreich. "Wer weiß, welche Dokumente Haider hatte. Das hätte mich schon interessiert".
Dass die FPÖ mutmaßliche Vertreter einer Terrororganisation ins Parlament eingeladen hatte, tat Strache schließlich ab. Es handle sich um "Mitglieder einer politischen Partei", die in ihrer Heimat "mit dem Tod bedroht" würden. "Zwei Mal hatten wir die Türken vor Wien, zwei Mal haben wir sie zurückgeschlagen. Natürlich stehen wir zu unseren christlichen Werten", so Strache auf die Frage, ob er auch diese ausländischen Gäste mit dem Kreuz in der Hand empfangen würde. Ebensowenig Neues gab es zum Vorwurf, dass Herbert Kickl bei der Geldkoffer-Affäre in illegale Parteienfinanzierung der FPÖ verwickelt sein könnte. Strache schloss eine Schuld Kickls aus, dass es Dokumente mit Kickls Namen gibt, sei "völlig normal".
"Mensch nie schuld, außer der Ausländer?"
Dass es bei den Freiheitlichen außer dem Ausländerthema wenig Inhalte gibt, merkte Bürger an. Auch im Gespräch gab es wenig nebenher zu sagen. Strache erwarte sich Häupls Rücktritt, sollte die SPÖ die Wien-Wahl verlieren. In punkto Umweltpolitik zweifelte Strache den Einfluß des Menschen an der Erderwärmung an, was Bürger zu der Frage "Der Mensch ist nie an etwas schuld, außer der Ausländer?" bewegte. Für Wien brauche es mehr Wohnbau und Wirtschaftsimpulse, umschiffte Strache den Seitenhieb. Außerdem drohte er mit einem Volksbegehren "Österreich zuerst, Teil 2" wegen des Durchgriffsrechts des Bundes bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Gemeinden.
Auch Griechenland war schnell abgehandelt, das Land solle zurück zur Drachme, um aus der Krise zu kommen, die FPÖ wolle ein "Europa der Vaterländer". Für Spitzen sorgte auch der abschließende Wordrap, in dem Strache gestand, dass er als Bürgermeister die gleichgeschlechtlichen Ampel-Pärchen abschaffen würde, dass seine Numerologin ihm einen tollen Wahltag vorhergesagt habe, er wie Andreas Gabalier nur die "Söhne" in der Bundeshymne besinge und Grünen-Chefin Eva Glawischnig "zu verklemmt" sei, um mit ihm tanzen zu gehen. Abschließende Ansage auf Bürgers Rap-Vorlage "Wenn meine Tochter zum Islam konvertiert...": "...das passiert nicht, weil sie weltoffen ist und sich nicht unterdrücken lässt."
Auf der nächsten Seite: Der Live-Ticker zum Nachlesen