Politik

Straches FPÖ mit einem "blauen Wunder"

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:45

Als "blaues Wunder" bezeichnete Heinz-Christian Strache schon bei der Stimmabgabe jedes Ergebnis über 20 Prozent, das Erreichen von Platz 2 als "politisches Erdbeben". Das "Wunder" trat ein, das "Erdbeben" blieb aus - die Freiheitlichen erreichten 20,7 Prozent und legten damit um 3,2 Prozentpunkte zu.

Als "blaues Wunder" bezeichnete Heinz-Christian Strache schon bei der Stimmabgabe jedes Ergebnis über 20 Prozent, das Erreichen von Platz 2 als "politisches Erdbeben". Das "Wunder" trat ein, das "Erdbeben" blieb aus - die Freiheitlichen erreichten 21,4 Prozent und legten damit um 3,9 Prozentpunkte zu.

, die Grünen gewannen "nur" rund 1,1 Prozent dazu.

Noch einige Wochen vor der Wahl hatte Strache mit einem Ergebnis um die 30 Prozent spekuliert, korrigierte seine Ansprüche bis zum Wahltag aber immer mehr, bis nur mehr von 20 Prozent die Rede war. Schwierig wird es für Strache wohl, sollte er - entgegen den Erwartungen der Konkurrenzparteien -  Regierungsverantwortung übernehmen wollen. Kaum jemand will mit der FPÖ koalieren, er selbst könne sich jedoch "Gespräche mit jeder Partei" vorstellen.

"Absage an Große Koalition"

Für FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky ist Parteichef Strache "der Wahlsieger des Abends". Die Ergebnisse zur Nationalratswahl am Sonntag seien "ein starkes Signal an einen rot-weiß-roten Kurs", sagte er in einer ersten Reaktion. "Es ist eine Absage an die EU-Hörigkeit der ÖVP", meinte Vilimsky in Richtung Volkspartei, die in den ersten Hochrechnungen nur wenige Prozentpunkte getrennt vor den Freiheitlichen rangierte. "Und zugleich eine Absage an diese Form der Großen Koalition, die für Stillstand, Zwist und Hader steht", so der gut gelaunte FPÖ-Generalsekretär.

Neben Vilimsky war auch FPÖ-Volksanwalt Peter Fichtenbauer schon früh in der Wahlkampfzentrale eingetroffen. Er sprach von einem "souveränen Bestätigungsergebnis" für seine Partei und vor allem Spitzenkandidat Strache. Ob die FPÖ nun eine Regierungsbeteiligung anstreben soll, wollte er noch nicht sagen. "Rechnerisch dürfte die Möglichkeit existieren." Strache selbst zeigte sich "zutiefst berührt": "Es hat gezeigt, dass die Österreicher die Hoffnung haben, dass es in Österreich besser wird."

Freiheitliche Nummer 1 in der Steiermark

Besonders stark konnte die FPÖ in der Steiermark zulegen. Die letzten Hochrechnungen sahen die Blauen sogar als stimmenstärkste Partei in der grünen Mark. Einer der Hauptgründe hierfür dürfte der Streit rund um die Gemeindefusionen gewesen sein, der von SPÖ und ÖVP anscheinend massiv unterschätzt worden ist.

Herbert Kickl nahm das Ergebnbis zum Anlass, sich zum "Sieger des Wahlabends" zu küren. "Dre Parteien sind nun annähernd auf Augenhöhe", so Kickl im Jubel der Strache-Fans. Er forderterte die SPÖ dazu auf, den "Ausgrenzungskurs gegen die FPÖ" zu beenden. Auf mögliche Koalitionen oder eine Regierungsbeteiligung wollte sich Kickl nicht festlegen. Abschließend gab es ein Scharmützel mit dem ORF-Journalisten nach der Frage, warum man unter den einst erreichten 27 Prozent zurückblieb. "Es hätte mich jetzt gewundert, wenn Sie sich die Frage verkneifen hätten können", so Kickl.

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