Ab 21. März muss sich Becker in seinem Strafprozess in London verantworten. Dem Deutschen wird mangelnde Kooperation im Insolvenzverfahren vorgeworfen. Angeblich habe er mit den britischen Behörden nicht ausreichend kooperiert und unter anderem einige Vermögenswerte nicht angegeben.
Sollte Becker in allen 24 Anklagepunkten schuldig gesprochen werden, drohen bis zu sieben Jahre Haft.
Bei der Bild sagt Becker: "Ich bin ein positiv eingestellter Mensch, glaube grundsätzlich immer an das Gute und an die englische Gerichtsbarkeit. Deswegen macht mich der Gedanke an den Gerichtsprozess nicht schlaflos."
"Wenn alles gegen mich läuft, habe ich ein Problem. Aber ich bin ein Mensch, der niemals aufgibt und immer bis zum Ende kämpft. Ich werde persönlich versuchen, die Vorwürfe bei jedem der 24 Anklagepunkte widerlegen zu können", so die Tennis-Ikone.
Becker hofft auf ein mildes Urteil: "Auch bei mir muss die Unschuldsvermutung gelten. Natürlich werde ich jedes Urteil akzeptieren. Aber ich hoffe, dass die Richterin und die zwölf Geschworenen ein gerechtes Urteil fällen. In den vergangenen fünf Jahren wurde viel Falsches über mich geschrieben. Oft stimmten gerade mal Name und Alter. Viele verwechseln den Strafprozess mit dem Insolvenzverfahren. Dabei sind das zwei verschiedene Vorgänge. Ab dem 21. März wird entschieden, ob ich mich strafbar gemacht habe. Meine Insolvenz läuft unabhängig davon weiter."
Finanziell hat sich der 54-Jährige erfangen: "Ich arbeite seit fünf Jahren quasi durch, habe ein gutes Einkommen und kann mir mein Leben leisten. Ich bin nicht mittellos. Ich befinde mich in einer privaten Insolvenz, nicht in einer geschäftlichen. Heute kenne ich meinen Kontostand sehr genau, früher leider nicht."