Der Ex-Tennisprofi Boris Becker (54) wurde schuldig gesprochen. Die Richterin Deborah Taylor verhängte zweieinhalb Jahre Haft für Insolvenzverschleppung. Diese Strafe muss der 54-Jährige in einem englischen Gefängnis absitzen.
"Den Luxus, den er gewohnt ist, wird er dort im Ansatz nicht wiederfinden. Im Gegenteil: englische Gefängnisse gelten als besonders hart, unschön und alles andere als luxuriös. Über die englische Küche lässt sich dem ein oder anderen nach ohnehin streiten. Es gibt deutsche Mandanten, die dort monatelang kaum was gegessen haben". erklärt der Strafverteidiger Burkhard Benecken gegenüber der "Bunte" zu dem Becker-Urteil.
Doch Luxus und schlechtes Essen ist gar nicht das schlimmste auf das sich der ehemalige Tennisspieler einstellen muss. "Prominente hinter Gittern haben einerseits Vorteile, weil sie von Mitgefangenen bewundert werden und so mal von dem ein oder anderen Kaffee extra bekommen, was hinter Gittern einen hohen Wert hat oder generell bevorzugt behandelt werden. Andererseits wird man als Promi schnell zum Angriffsobjekt. Es kann schnell passieren, dass sich ein Mitgefangener, wenn auch nur anstaltsintern einen Namen machen möchte und den Prominenten deswegen angreift", erklärt der Verteidiger weiter.
Herausbildungen von Hierarchien sind gerade in Gefängnissen nichts Neues. Der Strafverteidiger Burkhard hat auch eine Vorstellung wo Boris Becker einzuordnen wäre: "Von der Hierarchie stehen die Clanmitglieder ganz oben sowie Leute, die spektakuläre Straftaten begangen haben. Prominente sind in der Mitte anzusiedeln. Im unteren Bereich stehen die Frauenmörder und Kinderschänder."
Der dreimalige Wimbledon-Sieger kann gegen die Entscheidung allerdings noch Rechtsmittel einreichen. Ob Beckers Anwälte in Berufung oder Revision gehen wollen, muss in den nächsten 28 Tagen entschieden werden.
Bis dahin darf der Deutsche allerdings nicht auf freiem Fuß bleiben. Becker wurde sofort in Gewahrsam genommen und durch einen Seitenausgang aus dem Gerichtsgebäude gebracht. Deshalb war Becker vor Gericht bereits mit gepackter Tasche erschienen.