Vor dem Gesetz sind alle gleich - aber nicht unbedingt hinter Gittern. Privilegien für Ex-Innenminister Ernst Strasser (59) in der Justizanstalt Simmering machen bei Mithäftlingen böses Blut.
Vor dem Gesetz sind alle gleich – aber nicht unbedingt hinter Gittern. Privilegien für in der Justizanstalt Simmering machen bei Mithäftlingen böses Blut.
Drei Jahre Haft wegen Bestechlichkeit: Am 13. November trat Ernst Strasser seine Strafe in der Justizanstalt Simmering an – und vom ersten Tag an ärgerte sein Promi-Bonus die rund 450 Mitgefangenen.
Insasse Horst L. (47) hat aufgelistet, was im Gefängnis für Gift und Galle sorgt: Strasser bekam sofort (also noch vor dem sogenannten "Zugangsgespräch") eine Einzelzelle. Schon nach vier Tagen hatte der Ex-Minister einen heiß begehrten Arbeitsplatz in der Bibliothek – andere dunsten lange in einer Reihenfolge-Liste.
Bevorzugt behandelt wird Strasser auch bei Besuchen: Seine Lebensgefährtin durfte mehrmals länger als 30 Minuten bleiben und Unterlagen mitnehmen (sonst strikt untersagt). Und bereits am 9. Jänner wurde er zum "Freigänger" (fährt morgens zur Arbeit, kehrt abends zurück).
Für Anstaltsleiter Josef Schmoll kein Grund zu Aufregung: "Es gibt bei allem einen Ermessensspielraum. Und wir wollen resozialisieren, nicht drangsalieren."
Deshalb wurden Strasser schon nach vier Wochen Probezeit (statt vier Monaten) Ausgänge erlaubt: achtmal 48 Stunden im Quartal, weil er eine Adresse in Oberösterreich angibt. In Wien hätte er nur achtmal zehn Stunden. Wird je ein Ausgang überprüft?