Endlos lange Schlangen, entnervte Fluggäste, Notarzt-Einsätze: Der Warnstreik der Sicherheitskontrolleure hat den Frankfurter Flughafen am Freitag ins Chaos gestürzt. Viele Passagiere, die ins Wochenende starten wollten, saßen fest oder mussten auf die Bahn ausweichen. Bei Niki musste am Nachmittag ein Wien-Frankfurt-Flug gestrichen werden, bei der AUA gab es Verspätungen von bis zu einer Stunde.
"Wir raten den Passagieren von einer Anreise zum Flughafen ab", erklärte unterdessen Fraport. Der Flughafenbetreiber hat für diesen Freitag mit 150.000 Passagieren gerechnet. Einige Zehntausend waren von dem Streik betroffen, darunter auch etliche aus Österreich. Passagiere, die mit einem Flugzeug nach "FRA" kamen, um dort in eine andere Maschine umzusteigen, hatten Glück. Sie bekamen vom Streik nur wenig mit. Für jene Passagiere, die in Frankfurt strandeten, stellte Fraport Feldbetten im Terminal auf.
Bei der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki ist der 15.00-Uhr-Flug von Wien nach Frankfurt gestrichen worden. "Die Passagiere wurden auf den Flieger um 17.00 Uhr umgebucht", erklärte eine Niki-Pressesprecherin. Bei der AUA sien die Rückflüge aus Frankfurt nach Wien zwischen 15 Minuten und einer Stunde verspätet. Auch die Gepäckabfertigung ist teilweise zusammengebrochen. Der AUA-Sprecher: "Es kann sein, dass die Passagiere ohne ihr Gepäck in Wien landen." Außerdem seien die Schalter gesperrt worden. Passagiere, die in Frankfurt einsteigen wollen, kommen eventuell nicht durch den Check-in.
Viele Passagiere verpassten Flüge
Zu Mittag spitzte sich die Situation in Frankfurt zu: Wegen des Andrangs wurden die Zugänge zu den Sicherheitskontrollen für den Rest des Tages geschlossen. Das Problem sei, dass die Passagiere nicht durch die Fluggastkontrolle kämen, bestätigte auch ein Flughafen-Sprecher. In der Früh waren wegen des Warnstreiks der Gewerkschaft ver.di nur zwei Drittel der Kontrollstationen besetzt. Deshalb verpassten Gäste ihre Flüge, viele Plätzen in den Maschinen blieben leer.
Im Terminal 1 kam es zu chaotischen Szenen. Die Schlangen vor den Check-in-Schaltern zogen sich durch das ganze Gebäude, einzelne Passagiere brachen nach mehreren Stunden des Wartens zusammen und mussten von Sanitätern versorgt werden. Polizisten nahmen vor den Sicherheitsschleusen Aufstellung und wiesen verzweifelte Urlauber und Geschäftsleute ab, die die Bordkarte schon in der Hand hatten. Einige Passagiere stritten sich deshalb lautstark mit den Sicherheitsbeamten. Die Stimmung war aggressiv. Die Gewerkschaft verdi will mit dem Streik ihrer Forderung nach einem einheitlichen Stundenlohn von 16 Euro Nachdruck verleihen.