Dicke Luft im deutschen Fußball! Der FC Bayern reagiert verschnupft auf die harte Kritik von TV-Experte Didi Hamann. Der Ex-Profi und heutige Sky-Mann attackierte Trainer Thomas Tuchel nach dessen jüngsten Aussagen.
Der Coach hatte bei einem Fanklub-Besuch am Tag nach dem knappen Sieg gegen Augsburg (3:2) über einen möglichen Job im Ausland gesprochen. "Das wird mich auf jeden Fall nochmal reizen, also ganz allgemein." Besonders die spanische Liga und deren Spieler hatte der Bayern-Coach in höchsten Tönen gelobt.
Hamann den Kopf, schimpfte in Sky90: "Dann setzt sich der da hin und redet über Xavi, über die Nachfolge und dass er gerne mal in Barcelona oder Spanien trainieren würde. Das ist eine Frechheit!" Barcelona-Trainer Xavi hatte am Sonntag angekündigt, den Verein mit Saisonende verlassen zu wollen.
Hamann weiter: "Tuchel ist ein sehr intelligenter Mann, so etwas rutscht ihm nicht einfach so raus. Nur er muss eins wissen: Wenn du Angestellter vom FC Bayern bist, sich mit der Führung anzulegen – das war selten eine gute Idee." Tuchel sei das "größte Missverständnis seit Jürgen Klinsmann. Die passen nicht zusammen und das weiß er mittlerweile auch." Klinsmann hatte die Bayern in der Saison 2008/09 ohne Erfolg trainiert. "Wenn ich mir die letzten drei Heimspiele anschaue, dann ist das für die Verhältnisse von Bayern München unterirdisch", analysierte Hamann. "Gegen drei Mannschaften, die unten drinstehen, ist das einfach zu wenig. Das hat mit Fußball nichts zu tun."
Jetzt setzt sich der FC Bayern zur Wehr. Jan-Christian Dreesen (Vorstandsvorsitzender) und Sportboss Christoph Freund geben in einem Statement bekannt: "Wir werden solche unsachlichen, gegen unseren Trainer gerichteten Aussagen, die immer aus derselben Ecke kommen, nicht mehr akzeptieren."
Die Bosse drohen dem Sky-Experten mit Konsequenzen, erklären dabei aber die möglichen Folgen nicht. Klar ist: Die Granden des Klubs wollen ein Zeichen setzen, ihren Trainer in Schutz nehmen.
In der Stellungnahme wird auf der Bayern-Homepage außerdem betont: "Ebenso beantwortete er (Tuchel, Anm.) allgemeine Fragen der Fans zu Spanien als Fußballland. Er sprach niemals über Xavi Hernández und dessen Nachfolge, wie danach fälschlich behauptet wurde."