Streit mit Katar: Was heißt das für die WM?

WM-Arena in Katar
WM-Arena in KatarBild: Getty Images
Katars Nachbarländer haben die diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Was bedeutet das für die WM 2022?
Ist die Fußball-WM 2022 in Katar in Gefahr? Kann die Endrunde im Winter nicht stattfinden? "Nein", sagt der ehemalige Fifa-Manager Guido Tognoni. "Die WM war bisher nicht in Gefahr und ich sehe sie weiterhin nicht in Gefahr", ist der 67-Jährige überzeugt.

Der Medienanalyst für Fifa-Themen geht noch einen Schritt weiter und sagt, die Beendigung der diplomatischen Beziehungen habe im Moment keine Bedeutung für die WM 2022.

Für ihn ist die aktuelle Situation keine Überraschung, Katar befinde sich schon seit einiger Zeit unter Druck der Nachbarländer.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Tognoni findet, es sei jetzt noch zu früh, um irgendwelche Schlüsse bezüglich der Fußball-WM 2022 zu ziehen, weil diese Endrunde dort im Moment noch fest verankert sei. "Letztlich wäre es ja die Fifa, die die WM dem Gastgeber entziehen müsste und nicht die Nachbarländer. Die Fifa hat derzeit aber nicht die geringsten Absichten, hier einzuschreiten."

Die Fifa hält sich bedeckt

Das sieht auch der Weltfußballverband so. Denn auf Anfrage von "20 Minuten" ließ die Fifa per Medienmitteilung ausrichten, dass sie in regelmäßigem Kontakt mit dem lokalen Organisationskomitee der WM und dem obersten Ausschuss für Lieferung und Vermächtnisbehandlung für die WM 2022 stehe. Weitere Kommentare gibt die Fifa aktuell nicht ab.

Für Tognoni macht es Sinn, dass der Weltfußballverband nicht eingreift, "das sind ja politische Geschichten, die sich bald wieder mal einrenken. Die arabische Welt hat immer mal wieder Probleme untereinander, das ist üblich, das sind verfeindete Brüder gewissermaßen."

"Das wichtigste Projekt seit Bestehen des Landes"

In Katar gibt es eine strategisch wichtige, große amerikanische Militärbasis, deshalb ist Katar für die Amerikaner extrem wichtig. Es werde nun interessant zu sehen sein, was US-Präsident Donald Trump tue, denn die Amerikaner wollten dort unten nicht noch ein weiteres Problem, so Tognoni weiter.

"Solange die Amerikaner ihren Schutz über Katar ausbreiten – und das machen sie im Moment, wird den Katarern nicht viel passieren. Diese Freundschaft dürfte weiterhin Bestand haben."

Der Jurist ist überzeugt, dass man die WM den Katarern nicht wegnehmen kann: "Katar wird sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, denn das ist für Katar ein nationales Projekt, vielleicht sogar das wichtigste Projekt seit Bestehen des Landes."

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