Streit um unzensiertes Menscup-Tutorial auf Pornhub

Mit der Kampagne "One Girl One Cup" wirbt The Female Company für seine Menstruationsbecher auf Pornhub.
Mit der Kampagne "One Girl One Cup" wirbt The Female Company für seine Menstruationsbecher auf Pornhub.
The Female Company
Die provokante Kampagne von The Female Company auf der Pornoplattform Pornhub schlug hohe Wellen. Jetzt werden allerdings Plagiatsvorwürfe laut.

"One Girl, One Cup", unter diesem Slogan veröffentlichte das Berliner Startup The Female Company eine neue Werbekampagne für Menstruationstassen auf einer dafür ziemlich ungewöhnlichen Plattform: Pornhub.

In drei kurzen Clips zeigt eine Darstellerin vollkommen unzensiert, wie Nutzerinnen die Menstruationstasse des Femtechs richtig einführen und wieder herausnehmen. Weil soziale Netzwerke wie Instagram und Youtube solche freizügigen Videos wieder löschen würden, hat sich die Werbeagentur Scholz & Friends, von der die Idee stammt, für die Pornoseite entschieden.

Damit soll auch darauf aufmerksam gemacht werden, dass Aufklärung über Menstruation wie Pornografie behandelt wird. So weit, so löblich.

Alles nur geklaut?

Auf Social Media wurde die Kampagne hoch gelobt, die kreative Idee fand bei den Fans von The Female Company viel Anklang. Doch kurz nach der Veröffentlichung meldete sich eine Frau zu Wort, die der Webeagentur Scholz & Friends vorwirft, ihre Idee geklaut zu haben.

Auf Instagram schreibt Pavlina Vlachopoulou, dass sie sich für die Agentur beworben und als Aufgabe einen Pitch für die Menstruationstasse eingereicht habe. In ihrem Instagram-Beitrag teilt sie Screenshots vom Mailverkehr mit Scholz & Friends und Bilder von ihrem Exposé. Es wird deutlich: Nicht nur die Idee ist gleich, sogar der Titel ähnelt sich. Den Job bekam Vlachopoulou nicht. Sie fordert nun, dass die Werbefirma sie namentlich in der Kampagne aufführt und auch entsprechend vergütet.

Zwei identische Ideen

Scholz & Friends weist die Anschuldigungen allerdings zurück. Im Bewerbungsprozess um eine Stelle als Junior Copywriterin hatten mehrere Bewerberinnen im Rahmen eines Copy-Test dieselbe Aufgabenstellung erhalten. Das Briefing lautete, eine „provokante PR und Media-Idee“ für die Bewerbung von Menstruationstassen zu entwickeln. Eine andere Bewerberin hätte den gleichen Gedanken gehabt, so die Agentur in einem Statement auf Instagram. Und diese bereits eine Woche vor der Instagram-Nutzerin mit den Plagiatsvorwürfen eingereicht.

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