Wirtschaft

Streitlustiger Milliardär will Ebay aufspalten

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:48

Nach Apple nimmt sich der schwerreiche US-Investor Carl Icahn, der sich ein knappes Prozent der Anteile gesichert hat, nun Ebay vor: Er verlangt, dass der Internet-Handelskonzern seine erfolgreiche Bezahltochter PayPal abspaltet. Der Ebay-Verwaltungsrat lehnte die Forderung ab.

"Wir glauben nicht, dass eine Aufspaltung des Unternehmens der beste Weg ist, den Wert für die Anteilseigner zu steigern", erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Ebay hatte PayPal 2002 zugekauft. Es ist das zweitwichtigste Standbein nach dem namensgebenden Marktplatz.

Es gebe "starke Synergien" zwischen den einzelnen Firmenteilen, sagte Ebay-Chef John Donahoe am Donnerstag auf dem Wirtschaftssender CNBC. "Sie sind stärker zusammen." Der Gewinn des Konzerns war im vergangenen Jahr um 9 Prozent auf 2,9 Mrd. Dollar (2,14 Mrd. Euro) gestiegen.

Über PayPal lassen sich Einkäufe im Internet und mittlerweile in ersten Geschäften vor Ort bezahlen. PayPal kassiert dabei Gebühren von den Verkäufern. Zudem sind Überweisungen zwischen Mitgliedern möglich, was besonders in den USA genutzt wird, wo der elektronische Zahlungsverkehr zwischen den Banken schlecht ausgebaut ist.

PayPal wurde zuletzt immer bedeutender für Ebay. Während der gesamte Konzernumsatz im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 16,0 Mrd. Dollar stieg, konnte PayPal alleine um 19 Prozent auf 6,6 Mrd. Dollar zulegen.

Icahns Vermögen auf 20 Mrd Euro geschätzt

Icahns Ziel ist es stets, den Wert seiner Beteiligung zu steigern. Das US-Magazin "Forbes" hat sein Vermögen auf mehr als 20 Mrd. Dollar geschätzt. Auch das Apple-Management muss sich derzeit mit ihm herumschlagen. Bei dem iPhone-Hersteller drängt er auf eine Aufstockung des laufenden Aktienrückkaufs. Die Apple-Führung um Tim Cook weigert sich jedoch bisher.

Zwei Sitze gefordert

Um bei Ebay mitreden zu können, verlangt Icahn zwei Sitze im Verwaltungsrat. Die reine Bekanntmachung seines Einstiegs reichte bereits aus, um die Aktie in die Höhe schnellen zu lassen. Darüber hinaus kündigte Ebay an, den laufenden Aktienrückkauf um 5 Mrd. Dollar (3,7 Mrd. Euro) aufzustocken.

Ebay gehört zu den schärfsten Rivalen des führenden Online-Händlers Amazon, der einen eigenen Bezahldienst aufgezogen hat. Im Gegensatz zu Amazon tritt Ebay allerdings nicht selbst als Verkäufer auf, sondern setzt auf die Partnerschaft mit Händlern und Herstellern.

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